Multicloud-Konnektivität: Warum Ihr Netzwerk zum Flaschenhals wird
Trusted Advisor für Sourcing von IT & Telekommunikation
Direkt. Gesteuert. Skalierbar.
Multicloud-Konnektivität
Multicloud scheitert selten an der Cloud, sondern am Netz zwischen den Clouds.
Immer mehr Unternehmen verteilen ihre Workloads auf mehrere Public Clouds. Was aus Beschaffungs- und Resilienzsicht sinnvoll ist, verlagert die Komplexität dorthin, wo sie am wenigsten sichtbar ist: in das Unternehmensnetzwerk. Wenn Anwendungen über Cloud-Grenzen hinweg permanent Daten austauschen, entscheidet die Qualität der Anbindung, ob eine Multicloud-Strategie ihr Versprechen einlöst.
Der Unterschied liegt nicht in der Anzahl der Verträge, sondern in der Architektur darunter. Wer Konnektivität als Summe einzelner Beschaffungsvorgänge behandelt, produziert genau die Fragmentierung, die Performance kostet, Sicherheitslücken öffnet und den Betriebsaufwand nach oben treibt. Dieser Beitrag zeigt, wo die typischen Bruchstellen liegen und welche Architekturansätze sie beseitigen.
Inhaltsverzeichnis
- Multicloud ist Normalzustand, Cross-Cloud die nächste Stufe
- Warum klassische Netzarchitekturen an ihre Grenzen stoßen
- Was Fragmentierung im Betrieb tatsächlich kostet
- Multicloud-Networking statt vieler Einzellösungen
- Sicherheit wird durchsetzbar statt fragmentiert
- Was ein integrierter Multicloud-Ansatz liefert
- Wie Savecall Sie dabei unterstützt
- Fazit
- FAQ
Multicloud ist Normalzustand, Cross-Cloud die nächste Stufe
Von einer Multicloud-Strategie spricht man, sobald ein Unternehmen mehr als einen Public-Cloud-Anbieter nutzt. In der Praxis ist das inzwischen der Regelfall: Bei der deutlichen Mehrheit der Unternehmen mit Hybrid-Cloud-Betrieb sind mehrere Public-Cloud-Dienste im Einsatz.
Die Gründe dafür sind meist funktional. Ein CRM läuft dort, wo es historisch aufgesetzt wurde. Analytics- und KI-Workloads wandern dorthin, wo die Plattform die besseren Dienste bietet. Jede Cloud übernimmt das, was sie am besten kann.
Eine Reihe von Organisationen geht inzwischen einen Schritt weiter und verteilt einzelne Anwendungen oder Workloads über mehrere Clouds hinweg, ein Cross-Cloud-Ansatz. Der Nutzen ist doppelt: Die Anwendung bleibt verfügbar, wenn eine Plattform ausfällt, und Preisunterschiede zwischen den Anbietern lassen sich dynamisch ausspielen. Voraussetzung ist allerdings, dass die verteilten Komponenten mit minimaler Verzögerung miteinander sprechen können.
Warum klassische Netzarchitekturen an ihre Grenzen stoßen
In Multicloud-Umgebungen entsteht ein kontinuierlicher Ost-West-Datenverkehr zwischen den Plattformen, etwa wenn eine E-Commerce-Anwendung laufend mit CRM- und ERP-Systemen synchronisiert. Genau dieser Verkehr wird von traditionellen Netzkonzepten schlecht bedient.
Hub-and-Spoke-Architekturen leiten Cloud-zu-Cloud-Verkehr über einen zentralen Knoten, meist das eigene Rechenzentrum. Dieses Backhauling erzeugt Laufzeiten, die bei latenzsensitiven Anwendungen unmittelbar spürbar werden, in der Anwendungsperformance ebenso wie in der Nutzerwahrnehmung. Was Multicloud-Umgebungen stattdessen brauchen, sind direkte Pfade: zwischen den Clouds untereinander und zwischen Cloud und On-Premises-Ressourcen. Für Cross-Cloud-Szenarien ist das keine Optimierung, sondern Grundvoraussetzung.
Nahezu alle Hyperscaler bieten dedizierte Anbindungen zwischen Unternehmensstandort und Cloud. Cloud Onramps für DIA-, Ethernet- oder Standleitungsanbindungen sind etabliert. Direkte Verbindungen zwischen den Cloud-Plattformen selbst sind dagegen deutlich seltener, und ihre Verfügbarkeit schwankt je nach Region und Anbieter erheblich.
Der naheliegende Ausweg, VPN-Tunnel zwischen den Clouds, ist selten tragfähig: Die Kosten steigen mit dem Volumen, und die verfügbare Bandbreite reicht für produktive Datenflüsse häufig nicht aus. Bleibt der Flickenteppich aus einzelnen Services unterschiedlicher Anbieter, jeweils punktuell beschafft. Das funktioniert, bis die Summe der Einzellösungen selbst zum Problem wird.
Was Fragmentierung im Betrieb tatsächlich kostet
Jede Cloud-Plattform bringt ihr eigenes Netzwerk- und Sicherheitsmodell mit: eigene Tools, eigene Konzepte, eigenes Know-how. Mit jeder zusätzlichen Plattform wächst dieser Aufwand nicht linear, sondern überproportional. IT-Teams verwalten dann parallele Welten, die sich weder gemeinsam automatisieren noch einheitlich überwachen lassen.
Die Folgen sind messbar. Nur etwa die Hälfte der Unternehmen bezeichnet das Routing von Datenverkehr über mehrere Cloud-Anbieter hinweg als unkompliziert, beim Load Balancing sieht es kaum besser aus. Konkret entstehen drei Kostenblöcke:
- Betriebsaufwand und fehlende Konsistenz durch parallele Tool-Landschaften je Plattform
- Blinde Flecken im Monitoring, die Engpässe zu spät erkennbar machen
- Uneinheitliche Sicherheitsrichtlinien, weil jede Plattform eigene Policy-Modelle verwendet
- Erschwerte Nachweispflichten gegenüber DSGVO, NIS2 und branchenspezifischen Vorgaben
Ohne durchgängige Transparenz über alle Verbindungen hinweg wird Fehlersuche zur Detektivarbeit. Kapazitäten werden falsch dimensioniert, Kostenoptimierung bleibt Schätzung statt Steuerung.
Multicloud-Networking statt vieler Einzellösungen
Multicloud-Networking-Plattformen setzen an genau dieser Stelle an. Sie verbinden alle Cloud-Umgebungen direkt miteinander sowie mit den On-Premises-Ressourcen und machen diese Verbindungen über eine gemeinsame Steuerungsebene verwaltbar. Praktisch heißt das: Alle Standorte eines Unternehmens-WAN erreichen die Cloud über ein zentrales Transit-Gateway, während die Clouds untereinander direkt verbunden sind. Unnötiges Backhauling entfällt.
Viele dieser Plattformen basieren auf SD-WAN. Der Ansatz reduziert Komplexität, indem er die gesamte Netzinfrastruktur vereinheitlicht und unterschiedlichste Anbindungsarten zusammenführt: DIA, Business-Internet, Ethernet und Mobilfunk über eine zentrale Steuerung. Der Verkehr wird automatisch nach Anwendungspriorität geroutet, ohne dass Regeln für jeden Standort einzeln gepflegt werden müssen.
Ebenso wichtig ist die durchgehende Sichtbarkeit über alle Verbindungen hinweg. Störungen lassen sich schneller eingrenzen, Kapazitäten vorausschauend anpassen, Probleme lösen, bevor Anwender sie bemerken, und Kosten belastbar bewerten statt überprovisionieren. Eine einheitliche, software-definierte Umgebung senkt zudem die Fehlerquote bei Konfigurationen und ermöglicht redundante Pfade mit automatischem Failover.

Sicherheit wird durchsetzbar statt fragmentiert
Am schwersten wiegt die Sicherheitsdimension. Wo jede Plattform eigene Policy-Modelle verwendet, lassen sich einheitliche Sicherheitsrichtlinien kaum durchsetzen, und Fehlkonfigurationen bleiben unentdeckt. Mehr als die Hälfte der Unternehmen hält die Absicherung von Cloud-Umgebungen ohnehin für anspruchsvoller als die klassischer On-Premises-Infrastruktur. Jede zusätzliche Plattform vergrößert die Angriffsfläche weiter, weshalb Multi-Cloud-Sicherheit zur Architekturentscheidung gehört und nicht in die Nachlaufarbeit.
Eine standardisierte Architektur schafft die Voraussetzung für ein konsistentes Sicherheitsniveau über das gesamte Netz. Schwachstellen und Fehlkonfigurationen werden sichtbar, Angriffe früher erkannt, Compliance-Nachweise deutlich einfacher.
Zero-Trust- und SASE-Konzepte setzen darauf auf: Statt einmaliger Authentifizierung am Perimeter wird jeder Zugriff fortlaufend geprüft. Das begrenzt den Schaden erheblich, falls ein Angreifer doch einmal Fuß fasst.
Was ein integrierter Multicloud-Ansatz liefert
Das Ergebnis ist eine Netzumgebung, die unabhängig von Standort und Cloud-Anbieter konsistent funktioniert und für künftige Cloud-Vorhaben vorbereitet ist, statt sie auszubremsen. Konkret auf fünf Ebenen:
- Performance: niedrige Latenz für anspruchsvolle Cloud-Anwendungen, kein unnötiges Backhauling
- Zuverlässigkeit: redundante Pfade, automatisches Failover, durchgängige Transparenz
- Sicherheit: einheitliche Policies, Zero-Trust- und SASE-Integration, belastbare Compliance-Nachweise
- Betrieb: zentrale Verwaltung aller Verbindungen statt paralleler Tool-Landschaften
- Skalierbarkeit: neue Clouds und Standorte lassen sich ohne Architekturbruch aufnehmen
Entscheidend bleibt die Reihenfolge. Ein Overlay kann nur so gut steuern, wie das Underlay es zulässt. Wer SASE und SD-WAN einführt, ohne die darunterliegenden Leitungen und Cloud-Onramps zu dimensionieren, verschiebt das Problem nur eine Ebene nach oben.
Wie Savecall Sie dabei unterstützt
Savecall ist anbieterunabhängiger Sourcing- und Beratungspartner für TK- und Netzwerklösungen, kein Carrier und damit ohne eigene Produktagenda. Wir designen das passende Underlay aus DIA, Business-Internet, Ethernet, Standleitungen und Cloud-Onramps in der Dimensionierung, die Ihre Workloads tatsächlich brauchen, und bewerten Overlay-Konzepte wie SD-WAN, SASE und NaaS anbieterneutral.
Mit Zugang zu über 80 Carrier-Partnern weltweit vergleichen wir Preise, SLA und Verfügbarkeit über alle Regionen und Standorte hinweg, auch bei wachsender Netzkomplexität. Dazu kommen Konsolidierung bestehender Verträge, SLA-Verbesserungen und die Begleitung des laufenden Betriebs, von der Ist-Analyse bis zur Vertragsoptimierung.
Alle wesentlichen Carrier weltweit. Ein Portal. Ein SPOC. Eine Rechnung.

Fazit: Die Architekturentscheidung fällt vor der Providerauswahl
Multicloud scheitert selten an der Cloud, sondern am Netz darunter. Der Ausweg liegt nicht in mehr Einzelverträgen, sondern in einem durchdachten Architekturkonzept aus Underlay und Overlay. Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht, welcher Anbieter das beste Angebot macht, sondern welche Architektur die Anforderungen der nächsten Jahre trägt. Wer eine Multicloud-Architektur plant oder seine bestehende Cloud-Anbindung auf den Prüfstand stellt, sollte mit der Architektur beginnen und erst danach über Provider sprechen.

Verfasst von
Frank Frommknecht
Key Account Consultant, SAVECALL
Begleitet Unternehmen seit über 20 Jahren bei Auswahl und Optimierung ihrer Vernetzungslösungen. Sein Fokus: komplexe Telekommunikation aus Sicht des Kunden verständlich machen und strategisch die passende Lösung finden.
Häufig gestellte Fragen zu Multicloud-Konnektivität
Multicloud bedeutet, dass ein Unternehmen mehr als einen Public-Cloud-Anbieter nutzt, meist mit klar getrennten Anwendungen je Plattform. Cross-Cloud geht einen Schritt weiter und verteilt eine einzelne Anwendung oder einen Workload über mehrere Clouds hinweg. Der Nutzen ist doppelt: Die Anwendung bleibt verfügbar, wenn eine Plattform ausfällt, und Preisunterschiede zwischen Anbietern lassen sich dynamisch ausspielen. Voraussetzung ist allerdings, dass die verteilten Komponenten mit minimaler Verzögerung miteinander sprechen. Cross-Cloud stellt damit deutlich härtere Anforderungen an die Netzarchitektur als klassische Multicloud.
Backhauling leitet Cloud-zu-Cloud-Verkehr über einen zentralen Knoten, meist das eigene Rechenzentrum, und erzeugt dadurch zusätzliche Laufzeit. Bei latenzsensitiven Anwendungen wird dieser Umweg unmittelbar spürbar, in der Anwendungsperformance ebenso wie in der Nutzerwahrnehmung. In Multicloud-Umgebungen entsteht kontinuierlicher Ost-West-Verkehr zwischen den Plattformen, etwa wenn eine E-Commerce-Anwendung laufend mit CRM- und ERP-Systemen synchronisiert. Genau dieser Verkehr wird von Hub-and-Spoke-Architekturen schlecht bedient. Multicloud-Umgebungen brauchen stattdessen direkte Pfade zwischen den Clouds und zu den On-Premises-Ressourcen.
VPN-Tunnel zwischen Cloud-Plattformen sind der naheliegende Ausweg, aber selten tragfähig. Die Kosten steigen mit dem übertragenen Volumen, und die verfügbare Bandbreite reicht für produktive Datenflüsse häufig nicht aus. Für gelegentliche Verwaltungszugriffe oder Testumgebungen kann ein Tunnel genügen. Für dauerhaften Ost-West-Verkehr zwischen produktiven Workloads ist er die falsche Grundlage. Belastbare Multicloud-Architekturen setzen deshalb auf direkte Verbindungen und ein Transit-Gateway statt auf eine wachsende Zahl einzelner Tunnel.
Ein Transit-Gateway ist der zentrale Übergabepunkt, über den alle Standorte eines Unternehmens-WAN die Cloud erreichen. Die Clouds selbst sind untereinander direkt verbunden, sodass unnötiges Backhauling über das Rechenzentrum entfällt. Der Vorteil liegt in der Steuerbarkeit: Routing, Priorisierung und Sicherheitsrichtlinien werden an einer Stelle gepflegt statt je Plattform separat. Neue Clouds und Standorte lassen sich dadurch ohne Architekturbruch aufnehmen. Das Gateway ist damit weniger ein Produkt als eine Architekturentscheidung.
SD-WAN ist bei vielen Multicloud-Networking-Plattformen die technische Grundlage. Es vereinheitlicht unterschiedliche Anbindungsarten wie DIA, Business-Internet, Ethernet und Mobilfunk über eine zentrale Steuerung und routet Verkehr automatisch nach Anwendungspriorität. SASE setzt auf dieser Basis auf und verlagert Sicherheitsfunktionen in die Netzebene, sodass jeder Zugriff fortlaufend geprüft wird statt nur einmal am Perimeter. Zusammen ergeben beide ein konsistentes Sicherheitsniveau über alle Clouds und Standorte. Entscheidend bleibt das Underlay, auf dem beide aufsetzen.
Savecall ist kein Carrier, sondern anbieterunabhängiger Sourcing- und Beratungspartner für Netzwerklösungen. Mit mehr als 80 Carrier-Partnern weltweit unterstützt Savecall beim Design des passenden Underlay, also DIA, Business-Internet, Ethernet, Standleitungen und Cloud-Onramps in der Dimensionierung, die die Workloads tatsächlich brauchen. Overlay-Konzepte wie SD-WAN, SASE und NaaS werden anbieterneutral verglichen statt an ein Ökosystem gebunden. Dazu kommen Preis- und Leistungsvergleich über alle Regionen, Vertragsoptimierung und ein Ansprechpartner für den laufenden Betrieb.
Artikel, die Sie ebenfalls interessieren
Why
Telekom & IT-Sourcing.
Weltweit. Carrier-Unabhängig.
Auswahl & Betrieb weltweiter Connectivity- & Cloud-Infrastruktur. Ohne Vendor-Risiko & unnötige Kosten.
- 80+ Carrier weltweit
- EIN Dashboard
- EIN Ansprechpartner
- EIN SLA
- Min. 20% Einsparung



