WAN-SLA und MTTR: Was im Vertrag wirklich zählt
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WAN-SLA: mehr als eine Prozentzahl
Was ein WAN-SLA leisten muss
Nicht die beworbene Verfügbarkeit entscheidet, sondern Messmethode, garantierte Kennzahlen, MTTR und Pönale.
Fast jedes Angebot für Standortvernetzung nennt eine Verfügbarkeit von 99,9 Prozent oder mehr. Diese Zahl allein sagt wenig darüber aus, wie gut Ihr Netz im Alltag und im Störungsfall wirklich läuft. Entscheidend ist, was im SLA daneben steht.
Auf den Punkt gebracht:
- Verfügbarkeit richtig lesen: 99,9 Prozent bedeuten rund 8,8 Stunden Ausfall pro Jahr, 99,99 Prozent nur etwa 52 Minuten
- Kennzahlen statt Prozent: Latenz, Jitter und Paketverlust entscheiden über die reale Anwendungsqualität, nicht die Verfügbarkeit allein
- MTTR ist der Hebel: die garantierte Entstörzeit bestimmt, wie lange ein Standort im Störungsfall wirklich offline ist
- Pönalen prüfen: ohne Service Credits mit klarem Auslöser bleibt jede SLA-Zusage folgenlos
Die Lösung: Ein SLA anbieterneutral entlang der Kennzahlen prüfen, die im Betrieb zählen, und die Einzelzusagen zu EINEM einheitlichen SLA mit EINEM Ansprechpartner bündeln.
Worum es in diesem Beitrag geht: Was ein WAN-SLA wirklich leisten muss, wie Sie Verfügbarkeit richtig lesen, welche Kennzahlen im Betrieb zählen, warum die MTTR oft wichtiger ist als die Prozentzahl und worauf Sie bei Pönalen achten.
Was ist ein WAN-SLA wirklich?
Ein WAN-SLA ist die vertragliche Zusage über die Qualität Ihrer Standortvernetzung, nicht nur eine Marketingzahl auf dem Angebot. Es legt messbar fest, welche Verfügbarkeit, Latenz, Jitter, Paketverlust und Entstörzeit der Anbieter garantiert und was passiert, wenn er diese Werte verfehlt.
Der entscheidende Unterschied liegt im Detail. Zwei Anbieter können beide 99,9 Prozent Verfügbarkeit versprechen und trotzdem völlig unterschiedliche Leistung liefern, je nachdem, wie und wo gemessen wird und wie schnell im Störungsfall entstört wird.
Ein belastbares SLA nennt deshalb immer drei Dinge: die zugesicherten Werte, die Messmethode inklusive Messpunkte und die finanzielle Folge bei Nichteinhaltung. Fehlt einer dieser Bausteine, ist die Zusage im Ernstfall wenig wert.
Verfügbarkeit: warum 99,9 nicht gleich 99,9 ist
Verfügbarkeit klingt eindeutig, ist es aber nicht. Der Sprung von einer Neun zur nächsten verkürzt die erlaubte Ausfallzeit drastisch, wie die folgende Tabelle zeigt.
| Verfügbarkeit | Max. Ausfall pro Jahr | Max. Ausfall pro Monat |
|---|---|---|
| 99,0 % | ca. 3,65 Tage | ca. 7,3 Stunden |
| 99,9 % | ca. 8,8 Stunden | ca. 43,8 Minuten |
| 99,99 % | ca. 52,6 Minuten | ca. 4,4 Minuten |
| 99,999 % | ca. 5,3 Minuten | ca. 26 Sekunden |
Für einen kritischen Standort ist der Unterschied zwischen 99,9 und 99,99 Prozent erheblich: gut 8,8 Stunden gegenüber knapp 53 Minuten Ausfall pro Jahr. Genauso wichtig ist die Frage, was überhaupt als Ausfall zählt. Werden geplante Wartungsfenster herausgerechnet? Zählt eine Teilstörung mit reduzierter Bandbreite? Wird pro Standort oder über das Gesamtnetz gemittelt?
SAVECALL prüft diese Definitionen anbieterübergreifend und macht sie vergleichbar. Für Ihre Standorte bündeln wir die Einzelzusagen zu EINEM einheitlichen SLA mit EINEM Ansprechpartner, statt vieler Verträge mit unterschiedlichen Messlogiken.
Die Kennzahlen, die im Betrieb zählen
Nicht die Verfügbarkeit, sondern Latenz, Jitter und Paketverlust entscheiden über die reale Qualität Ihrer Anwendungen. Eine Leitung kann formal verfügbar und trotzdem unbrauchbar sein, wenn diese Werte zu schlecht sind.
Für Echtzeitdienste wie Sprache gelten etablierte Richtwerte, an denen sich ein belastbares SLA messen lassen muss.
| Kennzahl | Richtwert (gut) | Kritisch ab | Wirkung bei Überschreitung |
|---|---|---|---|
| Latenz (einseitig) | unter 50 ms, max. 150 ms | über 150 ms | Verzögerte, unnatürliche Gespräche |
| Jitter | unter 30 ms | über 30 ms | Aussetzer, abgehackte Sprache |
| Paketverlust | unter 1 % | 1 bis 2 % | Unbrauchbare Sprach- und Videodienste |
Die ITU-T Empfehlung G.114 nennt maximal 150 ms einseitige Latenz, für die meisten Enterprise-Anwendungen gilt unter 50 ms als exzellent. Ein gutes WAN-SLA garantiert diese Werte als Zusicherung mit klaren Prioritätsklassen, nicht als unverbindlichen Zielkorridor. Prüfen Sie, ob die Zahlen als Monatsmittel oder als Perzentil angegeben sind, denn ein Monatsmittel kann kurze, aber geschäftskritische Spitzen verstecken.
MTTR: die unterschätzte Schlüsselgröße
Die MTTR, die mittlere Entstörzeit, ist im Alltag oft wichtiger als die beworbene Verfügbarkeit. Sie bestimmt, wie lange ein Standort im Störungsfall tatsächlich offline ist, und genau das spürt das Geschäft.
Achten Sie auf drei Punkte. Erstens, ist die MTTR garantiert oder nur ein Zielwert? Zweitens, ab wann läuft die Uhr, ab Ticketeröffnung oder ab Störungsbestätigung? Drittens, werden Reaktionszeit und Wiederherstellzeit getrennt ausgewiesen? Eine schnelle Reaktion nützt wenig, wenn die eigentliche Wiederherstellung offen bleibt.
Bei redundant angebundenen Standorten verschiebt sich der Fokus vom einzelnen Ausfall zur Frage, wie schnell und automatisch das Failover greift. SAVECALL definiert diese Punkte gemeinsam mit Ihnen und hält sie über alle Carrier hinweg einheitlich fest.
Pönalen und Kleingedrucktes prüfen
Ohne Pönale bleibt jede SLA-Zusage folgenlos. Service Credits sind der einzige Teil des Vertrags mit echter finanzieller Wirkung, wenn der Anbieter seine Werte verfehlt.
Wichtig sind Höhe, Auslöseschwelle und Verfahren. Werden Credits automatisch gewährt oder nur auf Antrag mit Frist? Meist decken sie ohnehin nur einen Bruchteil des tatsächlichen Geschäftsschadens ab. Ihr eigentlicher Wert liegt darin, dass sie den Anbieter zu verlässlicher Qualität zwingen.
Im Kleingedruckten lohnt der Blick auf Ausnahmen: Force Majeure, Drittanbieter-Anteile auf der letzten Meile und die Behandlung der Zugangsleitung. Gerade wenn mehrere Carrier beteiligt sind, entstehen hier Zuständigkeitslücken, die im Störungsfall teuer werden.
Wie SAVECALL Sie unterstützt
SAVECALL bewertet WAN-SLAs herstellerneutral über mehr als 80 Carrier hinweg und macht sie vergleichbar. Wir prüfen nicht nur die beworbene Verfügbarkeit, sondern Messmethode, garantierte Werte für Latenz und Paketverlust, die MPLS– und SD-WAN-spezifischen SLA-Modelle sowie die Pönalen. Für Ihre gesamte Standortvernetzung bündeln wir die Einzel-SLAs zu EINEM einheitlichen SLA mit EINEM Ansprechpartner. So schließen wir Zuständigkeitslücken zwischen Anbietern und Sie wissen im Störungsfall genau, wer in welcher Zeit liefert.
Fazit: Das SLA ist die eigentliche Leistung
Das SLA ist nicht das Kleingedruckte zur Leitung, es ist die eigentliche Leistung, die Sie einkaufen. Wer nur auf die beworbene Verfügbarkeit schaut, vergleicht Zahlen, die nicht vergleichbar sind. Entscheidend sind Messmethode, garantierte Kennzahlen, eine garantierte MTTR und wirksame Pönalen. SAVECALL prüft diese Punkte anbieterneutral und richtet das SLA an Ihrem tatsächlichen Bedarf je Standort aus, statt am Standardvertrag eines einzelnen Carriers.

Verfasst von
Frank Frommknecht
Key Account Consultant, SAVECALL
Begleitet Unternehmen seit über 20 Jahren bei Auswahl und Optimierung ihrer Vernetzungslösungen. Sein Fokus: komplexe Telekommunikation aus Sicht des Kunden verständlich machen und strategisch die passende Lösung finden.
Quellen
- ITU-T, Empfehlung G.114 (One-way transmission time), Internationale Fernmeldeunion
- ITU-T, Recommendation Y.1541 (Network performance objectives for IP-based services)
- SAVECALL, WAN und Standortvernetzung
Häufig gestellte Fragen
Häufig gestellte Fragen zu WAN-SLA und MTTR
Ein WAN-SLA (Service Level Agreement) ist die vertragliche Zusage eines Anbieters über die Qualität Ihrer Standortvernetzung. Es definiert messbare Werte für Verfügbarkeit, Latenz, Jitter, Paketverlust und Entstörzeit (MTTR) sowie die Folgen bei Nichteinhaltung. Ein belastbares SLA nennt nicht nur eine Verfügbarkeit in Prozent, sondern legt Messpunkte, Messmethode und Service Credits fest. Genau diese Details entscheiden, ob die Zusage im Störungsfall wirklich trägt.
MTTR steht für Mean Time To Repair, die mittlere Entstörzeit vom Ticket bis zur Wiederherstellung des Dienstes. Sie ist oft wichtiger als die beworbene Verfügbarkeit, denn sie bestimmt, wie lange ein Standort im Störungsfall tatsächlich offline ist. Achten Sie darauf, ob die MTTR garantiert oder nur als Zielwert genannt ist, ab wann die Uhr läuft und ob Reaktionszeit und Wiederherstellzeit getrennt ausgewiesen werden. Nur eine garantierte MTTR mit Pönale ist belastbar.
Für Echtzeitdienste wie Sprache gelten etablierte Richtwerte. Die ITU-T Empfehlung G.114 nennt maximal 150 ms einseitige Latenz, Jitter sollte unter 30 ms und Paketverlust unter 1 Prozent bleiben. Ab etwa 1 bis 2 Prozent Paketverlust werden Sprach- und Videodienste unbrauchbar. Für die meisten Enterprise-Anwendungen gilt eine Latenz unter 50 ms als exzellent. Ein gutes WAN-SLA garantiert diese Werte als Zusicherung, nicht nur als unverbindlichen Zielkorridor.
Das hängt vom Standort ab. 99,9 Prozent Verfügbarkeit erlauben rechnerisch rund 8,8 Stunden Ausfall pro Jahr, 99,99 Prozent nur etwa 52 Minuten. Für geschäftskritische Standorte mit Echtzeit- oder Produktionsanwendungen ist der Sprung auf 99,99 Prozent oft entscheidend. Wichtiger als die reine Prozentzahl ist aber, wie gemessen wird, ob geplante Wartungsfenster herausgerechnet werden und wie schnell im Störungsfall entstört wird. SAVECALL prüft diese Details anbieterübergreifend.
Service Credits sind Gutschriften oder Pönalen, die der Anbieter zahlt, wenn er das SLA verfehlt. Sie sind der einzige Teil des SLA mit echter finanzieller Wirkung, denn ohne Pönale bleibt eine Zusage folgenlos. Prüfen Sie die Höhe, den Auslöseschwellwert und ob Credits automatisch oder nur auf Antrag gewährt werden. Meist decken Credits nur einen Bruchteil des Geschäftsschadens, sie sind daher eher ein Steuerungsmittel für die Anbieterqualität als ein echter Schadenersatz.
SAVECALL vergleicht SLAs herstellerneutral über mehr als 80 Carrier hinweg und macht sie vergleichbar. Wir prüfen nicht nur die beworbenen Prozentzahlen, sondern Messmethode, MTTR-Definition, Pönalen und Ausnahmen im Kleingedruckten. Für Ihre gesamte Standortvernetzung bündeln wir die Einzel-SLAs zu EINEM einheitlichen SLA mit EINEM Ansprechpartner. So vermeiden Sie Zuständigkeitslücken zwischen mehreren Anbietern und wissen im Störungsfall genau, wer in welcher Zeit liefert.
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