Die 4 häufigsten Fehler beim Weg in die Cloud

Vier häufige Fehler beim Weg in die Cloud

Wie Unternehmen ihre Cloud Strategie richtig aufsetzen

Die Cloud ist längst zentraler Bestandteil moderner IT Infrastrukturen. Doch viele Unternehmen unterschätzen die technischen und organisatorischen Herausforderungen beim Umstieg. Diese vier Fehler treten besonders häufig auf, und lassen sich vermeiden.

Auf den Punkt gebracht:

  • Verbindung zur Cloud unterschätzt: Internet und Backup Leitungen müssen frühzeitig geplant und mit klaren SLAs abgesichert werden.
  • Fehlende Zukunftsplanung: Netzwerke müssen flexibel skalieren, um Innovationen und steigende Bandbreitenanforderungen zu unterstützen.
  • Unklare App Landschaft: Ohne genaue Kenntnis der Systeme steigt das Risiko von Performance Engpässen und ineffizienten Migrationen.
  • Sicherheitslücken: Cloud Sicherheit ist eine gemeinsame Verantwortung von Anbieter und Unternehmen und muss mehrstufig gedacht werden.

Wer frühzeitig auf Ausfallsicherheit, Kapazitätsplanung und Netzwerkschutz achtet, schafft eine zukunftssichere Cloud Umgebung. SAVECALL unterstützt bei Analyse, Planung und Anbindung Ihrer Cloud Infrastruktur: neutral, kostenfrei und mit langjähriger Erfahrung im Carrier Umfeld.

Die Frage: Ist Ihre Cloud Strategie auf Sicherheit, Skalierbarkeit und Zukunftsfähigkeit ausgelegt?

1. Die Verbindung zum Internet / Cloud wird hinten angestellt

Im Zuge der Migration in die Cloud gilt es vieles zu berücksichtigen. Dies fängt bei der Internetverbindung an. Eine bestehende Leitung ist zwar meist vorhanden, aber ist diese auch ausfallsicher genug, verfügt über ausreichend Bandbreite und ein leistungsfähiges Backup? Die Performance Ihrer Cloud Applikation ist nur so gut wie Ihr Netzwerk! Ein Beispiel: Als sich ein professionelles Dienstleistungsunternehmen dem Ende eines Cloud-Migrationsprojekts näherte, erkannte das Team, dass das öffentliche Internet als Zugriffsweg auf die Cloud nicht geeignet wäre, da geschäftskritische Systeme eine viel schnellere und stabilere Leitung benötigen. Der Kunde hatte geplant, seinen Provider anzurufen und einen weiteren Glasfaseranschluss zu kaufen. Der Provider hatte jedoch weder die Glasfaser im Boden noch die Kapazität zum Cloud-Einstiegspunkt, die Vorlaufzeiten umfassten mehrere Monate. Die Folge: Das Projekt musste verschoben werden, unnötige Mehrkosten und Mehrarbeit entstanden. Binden Sie deshalb Ihren Provider frühzeitig ein, um eine passende Verbindung zur Cloud sicherzustellen. Achten Sie darauf, dass Ihr Provider die Leistung erbringen kann, und vereinbaren Sie klare SLAs, die unter anderem beinhalten sollten:

  • Garantierter Durchsatz: „Best Effort“-Lieferung ist keine Option.
  • Geringe Latenz: Dies garantiert Leistung und eine positive Userexperience.
  • Privatsphäre und Sicherheit: Prüfen Sie, ob Sie eine vollständig private Schaltung zu Ihrem Cloud-Provider brauchen/wollen.
  • Zuverlässigkeit und Belastbarkeit: Es sollte mehrere Ausfallsicherheitsoptionen geben. Welcher Verfügbarkeitslevel kann Ihr Provider garantieren?
  • Flexibilität: Berücksichtigen Sie geplante und ungeplante Workloads. Können Sie Ihre Bandbreite so anpassen, dass Ihr Netzwerk die gleiche Skalierbarkeit wie die Cloud bietet?

2. Nicht ausreichende Zukunftsplanung

Bisher basiert die Kapazitätsplanung auf schrittweisen Erhöhungen der IT-Workloads und der Netzwerkkapazität. Mit dem Unternehmenswachstum und steigendem Bedarf an bandbreitenintensiven Applikationen wird jedes Jahr mehr Bandbreite benötigt, und diese wird dann schrittweise erhöht. Ein solcher Ansatz empfiehlt sich aus drei Gründen nicht mehr:

  • Teuer: Wenn Sie eine schrittweise Erhöhung der Arbeitslast und Netzwerkkapazität planen, können Sie Ihr Budget nicht optimal nutzen. Sie müssen von Anfang an die maximale Nachfrage einplanen und zu viel für redundante Netzwerkkapazität ausgeben.
  • Schwankende Nachfrage an die Cloud: Moderne Unternehmen haben immer mehr ungeplante Workloads und Abteilungen mit eigenen Prioritäten und Initiativen. Wenn Sie kein skalierbares Netzwerk aufbauen, kann ungeplanter Traffic Ihr gesamtes Unternehmen beeinträchtigen.
  • Sie können Innovationen nicht schnell nutzen: In der Cloud ist es viel einfacher, neue Dienste zu aktualisieren oder einzuführen, indem Technologien wie künstliche Intelligenz (KI) und Blockchain genutzt werden. Diese können wichtige Prozesse automatisieren, die Leistung ohne menschliches Eingreifen verwalten und Transaktionen beschleunigen, aber alle erfordern zusätzliche Bandbreite. Ihr Netzwerk muss in der Lage sein, die Anforderungen zukünftiger Technologien zu erfüllen, Sie sollten nicht 90 Tage auf Kapazitätsänderungen warten müssen oder das Tagesgeschäft durch Erreichen der Netzwerkkapazität einschränken.

Wir empfehlen deshalb, Innovationen pro-aktiv einzuplanen. Fragen Sie Ihren Provider, welche Flexibilitäts-Optionen er Ihnen bieten kann. Anstatt Kapazitäten zu überkaufen, um die potenzielle Nachfrage zu befriedigen, sollten Sie einen Provider finden, der das Netzwerk nach Bedarf skalieren kann. Durch ein flexibles Netzwerk können Sie ungeplante Trafficspitzen bewältigen und neue Marktchancen oder Technologien nutzen.

Stellen Sie Ihrem Provider diese Fragen:

  • Wie schnell kann ich skalieren?
  • Wie können Sie die Leistungsanforderungen meiner Apps unterstützen?
  • Welche Auswirkungen hat das Hinzufügen dieser Apps zu meinem Cloud-Stack?
  • Was schlagen Sie für Disaster Recovery vor?
  • Welche Sicherheitsstufen bieten Sie an?
  • Wie einfach kann ich von einer Cloud zur anderen wechseln?

3. Keine Berücksichtigung der komplexen App Landschaft

Laut einer Studie von McAfee aus dem Jahr 2019 nutzt ein großes Unternehmen durchschnittlich über 1.900 Cloud-Services. IT-Manager schätzten jedoch, dass sie nur etwa 30 verwenden. Ein Beispiel: Ein Unternehmen wollte physische Server durch Migration in die Cloud ersetzen. Sie planten das Projekt in der Annahme, 700 physische Server zu haben, und entdeckten zu Beginn des Konsolidierungsprozesses 1.100. Erschwerend kam hinzu, dass am Ende des 18-monatigen Konsolidierungsprojekts anstelle von 1.100 auf 1.300 physischen Servern mehr als 2.000 virtuelle Maschinen ausgeführt wurden. Dieses mangelnde Verständnis der vorhandenen App-Landschaft führte dazu, dass das Cloud-Migrationsprojekt, mit dem die Infrastruktur konsolidiert werden sollte, lediglich dazu diente, letztere zu komplizieren, und nicht die gewünschten Effizienzeinsparungen erzielte. Netzwerkfähigkeit und App-Leistung sind eng miteinander verknüpft. Je nach Applikation reicht zum Teil der Zugang über das öffentliche Internet, für geschäftskritische Anwendungen (wie z. B. ERP, Zahlungsprozesse, CRM-Systeme) benötigen Sie jedoch eventuell eine dedizierte Leitung direkt ins Rechenzentrum mit festen Bandbreiten, SLAs, privaten IPs oder Ultra-low-Latency.

Cloud Applikations-Checkliste:

  • Geschäftskritische Anwendungen identifizieren (Telefonie, ERP, Zahlungsprozesse …)
  • Entscheiden, was on-premise bleibt und was migriert werden soll
  • Festlegen von Leistungs- und Verfügbarkeitsanforderungen
  • Eine BYOD-Bewertung der Schatten-IT Ihres Unternehmens und der verbrauchten Ressourcen durchführen
  • Cybersicherheitslücken Ihres Netzwerks bewerten
  • Dokumentierte Probleme, einzelne Fehlerquellen und Risiken erfassen
  • Daten- und Dateizugriff, Ausfallsicherheit und Sicherheit berücksichtigen
  • Ein Audit zur Planung der Netzwerkkapazität durchführen
  • Eine Roadmap für Kapazitätserweiterungen und geografische Erweiterungen in der Zukunft entwerfen

4. Sicherheit und Verfügbarkeit der Cloud werden nicht berücksichtigt

In einer Umfrage unter 983 IT-Entscheidungsträgern sahen 77% die Verbesserung der Sicherheit als oberste Priorität an. Ein großer Vorteil der Cloud besteht darin, dass z. B. Hyperscale-Anbieter Sicherheitsfunktionen anbieten können, die den meisten Unternehmen nicht zur Verfügung stehen. Bei den meisten Unternehmen, die wichtige Daten wie Kundeninformationen und Mitarbeiterdaten in die Cloud verschieben, ist es wichtig, auf deren Sicherheit zu achten, um kostspielige finanzielle und Reputationsschäden zu vermeiden. Ein Beispiel: In einer internationalen Bank hat ein Hacker auf über 100 Millionen Kundendaten zugegriffen, einschließlich Adressen und Bonitätsdaten, die in der Cloud gespeichert sind. Obwohl keine Kreditkartendaten bekannt wurden, war die Bank infolge einer ungünstigen Berichterstattung in den Medien einem erheblichen Reputationsschaden ausgesetzt. Solche Vorkommnisse können auch zu Klagen vor EU- und internationalen Gerichten führen, wenn sie einen Verstoß gegen Datenschutzgesetze von Kunden wie die DSGVO darstellen. Nehmen Sie Cybersicherheit in der Cloud niemals als selbstverständlich hin. Ihr Cloud-Anbieter, Provider und Ihr Unternehmen haben gemeinsam die Verantwortung für die Cybersicherheit. Berücksichtigen Sie dabei die verschiedenen Ebenen der Netzwerksicherheit. Es gibt drei Sicherheitsstufen, wenn Sie Ihre Räumlichkeiten mit der Cloud verbinden möchten:

  • Öffentliches Internet: Wie ein Bus müssen Sie mit vielen anderen Passagieren teilen, die möglicherweise böswillige Absichten haben. Ein Bus ist auch gefährdet, im Verkehr stecken zu bleiben.
  • Cloud VPN: Erstellt einen Tunnel über das Internet, der Sie vor der Öffentlichkeit schützt. Dies ist wie ein privates Taxi, während Sie noch auf der öffentlichen Autobahn fahren. Sie können immer noch im Verkehr stecken bleiben oder umgeleitet werden, aber niemand kann sehen, welche Daten Sie auf Ihrer Reise haben.
  • Partner Interconnect: Die beste Konnektivitätsoption für Unternehmen, die sicherstellen möchten, dass ihre Daten pünktlich in die Cloud gelangen und nicht abgefangen werden. Hier werden Sie in Ihrer eigenen Limousine auf Ihrer eigenen Privatstraße gefahren.

Wie SAVECALL Sie unterstützt

Kontaktieren Sie uns gerne unverbindlich. Wir beraten Sie zur idealen Cloud-Verbindung für Ihr Unternehmen, anbieterneutral und kostenfrei, und prüfen gemeinsam mit Ihnen Internetanbindung, Zukunftsplanung, App-Landschaft und Sicherheitsniveau, damit Ihr Weg in die Cloud nicht an einem der vier häufigsten Fehler scheitert.

Fazit

Die vier häufigsten Fehler auf dem Weg in die Cloud, eine unterschätzte Internetanbindung, fehlende Zukunftsplanung, eine unklare App-Landschaft und vernachlässigte Sicherheit, lassen sich mit frühzeitiger Planung und klaren Anforderungen an den Provider vermeiden. Wer diese vier Punkte von Anfang an mitdenkt, schafft eine Cloud-Umgebung, die mit dem Unternehmen mitwächst, statt zum Kostenrisiko zu werden.

Frank Frommknecht, Key Account Consultant bei SAVECALL

Verfasst von

Frank Frommknecht

Key Account Consultant, SAVECALL

Begleitet Unternehmen seit über 20 Jahren bei Auswahl und Optimierung ihrer Vernetzungslösungen. Sein Fokus: komplexe Telekommunikation aus Sicht des Kunden verständlich machen und strategisch die passende Lösung finden.

Quellen

  • McAfee: Studie zur durchschnittlichen Cloud-Service-Nutzung in Unternehmen (2019)
  • Umfrage unter 983 IT-Entscheidungsträgern zu Sicherheitsprioritäten in der Cloud
  • SAVECALL: Cloud- und IT-Lösungen

Häufige Fragen

Häufig gestellte Fragen zu Fehlern beim Weg in die Cloud

Welche Fehler passieren am häufigsten beim Weg in die Cloud?

Die vier häufigsten Fehler sind eine unterschätzte Internetanbindung ohne ausreichende Bandbreite und Backup, fehlende Zukunftsplanung bei der Netzwerkkapazität, eine unklare App-Landschaft ohne Überblick über tatsächlich genutzte Cloud-Services sowie vernachlässigte Sicherheit und Verfügbarkeit. Alle vier Punkte lassen sich durch frühzeitige Planung, klare SLAs mit dem Provider und eine realistische Bestandsaufnahme der eigenen IT-Landschaft vermeiden. Ein strukturierter Fahrplan mit klaren Verantwortlichkeiten hilft, alle vier Fehlerquellen von Anfang an im Blick zu behalten.

Warum ist die Internetverbindung beim Cloud-Umstieg so kritisch?

Die Performance einer Cloud-Applikation ist nur so gut wie das Netzwerk dahinter. Eine bestehende Internetleitung ist oft vorhanden, aber nicht automatisch ausfallsicher, bandbreitenstark oder mit passendem Backup ausgestattet. Wird der Provider erst spät eingebunden, drohen, wie im Beispiel eines Dienstleistungsunternehmens, monatelange Vorlaufzeiten für einen zusätzlichen Glasfaseranschluss, verschobene Projekte und unnötige Mehrkosten. Wer diese Anforderungen vertraglich fixiert, vermeidet böse Überraschungen kurz vor dem eigentlichen Cloud-Go-Live.

Warum reicht schrittweise Kapazitätsplanung für Cloud-Workloads nicht mehr aus?

Schrittweise Kapazitätserhöhungen passen nicht mehr zu modernen Cloud-Workloads, weil sie teuer sind, da von Anfang an die maximale Nachfrage eingeplant werden muss, weil ungeplante Workloads und Abteilungsinitiativen die Nachfrage schwanken lassen und weil neue Technologien wie KI oder Blockchain zusätzliche Bandbreite benötigen. Ein Netzwerk, das erst nach 90 Tagen skaliert, bremst Innovationen und das Tagesgeschäft gleichermaßen aus. Ein Provider, der Netzwerkkapazität bedarfsgerecht statt schrittweise skaliert, macht Unternehmen deutlich flexibler.

Warum ist eine vollständige App-Landschaft-Analyse vor der Cloud-Migration wichtig?

Laut einer McAfee-Studie nutzt ein großes Unternehmen im Schnitt über 1.900 Cloud-Services, IT-Manager schätzen jedoch oft nur rund 30. Ohne genaue Kenntnis der App-Landschaft wird eine Cloud-Migration zum Blindflug, wie das Beispiel eines Unternehmens zeigt, das statt geplanter 700 physischer Server am Ende über 2.000 virtuelle Maschinen konsolidieren musste. Eine vollständige Bestandsaufnahme verhindert solche Überraschungen. Erst wenn klar ist, welche Anwendungen wirklich geschäftskritisch sind, lässt sich die passende Anbindung für jede einzelne festlegen.

Welche Sicherheitsstufen gibt es für die Anbindung an die Cloud?

Es gibt drei Sicherheitsstufen für die Anbindung an die Cloud: das öffentliche Internet, das sich mehrere Nutzer teilen und das anfällig für Engpässe ist, ein Cloud-VPN, das einen geschützten Tunnel über das Internet legt, sowie Partner Interconnect als dedizierte, private Verbindung. Je kritischer die Daten und Anwendungen, desto eher lohnt sich eine höhere Sicherheitsstufe wie Partner Interconnect. Für Standardanwendungen reicht oft das öffentliche Internet, für sensible oder geschäftskritische Daten empfiehlt sich ein höheres Sicherheitsniveau.

Wie unterstützt SAVECALL Unternehmen beim Weg in die Cloud?

SAVECALL berät Unternehmen anbieterneutral und kostenfrei bei Analyse, Planung und Anbindung ihrer Cloud-Infrastruktur. Dazu gehören die Prüfung bestehender Internetverbindungen auf Ausfallsicherheit und Bandbreite, der Vergleich von Optionen für dedizierte Anbindungen sowie die Einschätzung, welches Sicherheitsniveau für die jeweiligen Workloads angemessen ist. Kunden profitieren von langjähriger Erfahrung im Carrier-Umfeld. So bleibt die Cloud-Anbindung technisch wie wirtschaftlich passend zur tatsächlichen Nutzung des Unternehmens.

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