Redundantes Ethernet MPLS VPN
Trusted Advisor für Sourcing von IT & Telekommunikation
Redundantes Ethernet MPLS VPN richtig absichern
Redundantes Ethernet MPLS VPN: Was zählt
Welche Backup Optionen sichern Ihr Unternehmensnetz
Ein Ausfall im Ethernet MPLS VPN kann gravierende Folgen haben. Gerade für Unternehmen mit hohen Verfügbarkeitsanforderungen ist Redundanz entscheidend. Abhängig von Budget und Risiko lassen sich verschiedene Backup Varianten realisieren, um den Betrieb stabil zu halten.
Auf den Punkt gebracht:
- Medienredundanz: Kombination unterschiedlicher Leitungsmedien wie Glasfaser Kupfer LTE oder Richtfunk
- Routerredundanz: Nutzung mehrerer Router mit HSRP um Ausfälle einzelner Geräte abzufangen
- Getrennte Hauszuführung: Physisch getrennte Leitungswege verhindern Unterbrechungen bei Bauarbeiten
- Carrier Redundanz: Absicherung durch unterschiedliche Netzbetreiber und separate Backbones
- Kostenbewertung: Aufwand richtet sich nach Bandbreite Verfügbarkeit und gewünschtem SLA Niveau
Die Lösung: Unternehmen sollten genau prüfen, wie viel Ausfallzeit tolerierbar ist und welche Redundanzstrategie am besten zum Netzdesign passt. Nur so lässt sich ein echter no single point of failure gewährleisten.
Worum es in diesem Beitrag geht: Welche Redundanz Ihr Netz wirklich braucht und wie Medienredundanz, Routerredundanz, getrennte Hauszuführung und Carrier-Redundanz zusammenwirken. Die zentrale Frage: Wie gut ist Ihr Ethernet MPLS VPN gegen Netzausfälle und Störungen abgesichert?
Welche Redundanz gegen Netzausfall brauche ich?
Was passiert, wenn mir eine Leitung oder sogar der zentrale Knoten meines Ethernet MPLS VPN wegbricht? Wie lange darf ich maximal offline sein, ehe mein Unternehmen einen Schaden nimmt? Zugegeben, es gibt Unternehmen, in denen diese Frage eine etwas untergeordnete Rolle spielt. Die Gründe hierfür können im Budget liegen, oder der Tatsache, dass man durchaus bis zu einem Tag offline sein darf, ohne Schaden zu nehmen. Nur, was machen Unternehmen die verpflichtet sind, nahezu permanent verfügbar zu sein oder branchenspezifisch weiteren Auflagen unterliegen?
Je nach Bedarf oder Auflagen muss sich ein Unternehmen also mit dem Thema Redundanz auseinandersetzen. Das gilt sowohl für den Datentransfer als auch, im Zeitalter von „All IP„, für die Telefonie. Der nachfolgende Überblick hilft, die für Sie richtige Variante schnell herauszufinden. Einige Begriffe, die Carrier heutzutage verwenden, sind Ihnen vermutlich bekannt, wie zum Beispiel: Gold, Silber, protected oder einfach nur Backup. Diese umschreiben, um welche Art des Backup oder SLA es sich handelt. Da dies aber Carrier-spezifische Begriffe sind, wollen wir an dieser Stelle darauf verzichten und es auf das reduzieren, was eigentlich dahintersteckt. Diese Möglichkeiten bieten sich an.
Medienredundanz
Binden Sie Ihre Standorte am besten über verschiedene Leitungsmedien an. Fällt zum Beispiel das Glasfasernetz wegen eines Faserbruches aus, wird Ihr redundant angebundener Standort per Kupfer-Backup weiter versorgt. Folgende Medien stehen zur Verfügung:
- Kupfer: Hier steht die Anbindung per xDSL und Ethernet bis zu 10 Mbit/s zu Verfügung
- Glasfaser: Bietet mit das größte Spektrum an Bandbreite mit bis zu 10 Gbit/s. Glasfaser ist entweder schon vorhanden oder kann erschlossen werden.
- LTE/Dual LTE: Auch hier gibt es Schwankungen, die sowohl ursächlich im Ausbau des Netzbetreibers liegen, aber auch in der Gebäudeabschirmung zu finden sind. Bei Idealverfügbarkeit kann hier ein Upload von bis zu 12 Mbit/s realisiert werden.
- WLL (Wireless Local Loop) oder einfach Richtfunk: Ist je nach Verfügbarkeit ideal für Bandbreiten ab 10 Mbit/s.
Routerredundanz
Wenn Sie heute bereits eine Datenleitung mit einer zweiten Datenleitung auf einem Router absichern, verfügen Sie über ein Leitungsbackup. Leider sind Sie jedoch nicht abgesichert, wenn dieser Router ausfällt, selbst wenn beide Leitungen synchron und aktiv sind. Diese Routerredundanz ergibt sich daraus, dass Sie jede Verbindung mit einem Router abschließen, wobei beide Router über Ihr LAN mit HSRP miteinander sprechen und der eine automatisch den Traffic übernimmt, sollte der andere Router ausfallen oder ausgetauscht werden müssen.
Getrennte Hauszuführung
Diese Art des Backups verschafft Sicherheit für den Fall, dass der primäre Leitungsweg gekappt wird, zum Beispiel durch eine Tiefbaumaßnahme. Die Wahrscheinlichkeit der gleichzeitigen Unterbrechung auf zwei voneinander getrennten Seiten eines Gebäudes ist sehr gering. Eine getrennte Hauszuführung haben Sie in der Regel am einfachsten erreicht, wenn Sie Ihre Dienste auf zwei verschieden Medien, zum Beispiel Glas und Kupfer, beauftragen.
Eine höhere Verfügbarkeit erlangen Sie allerdings, wenn Sie Ihr Gebäude, sofern noch nicht erfolgt, von zwei Seiten mit Glasfaser erschließen lassen und Ihre Dienste Knoten- und Kantendisjunkt verlaufen. Das heißt, physikalisch werden sich diese Leitungen nicht aufeinander treffen.
Carrier Redundanz
Die Carrier Redundanz soll Sie für den Fall absichern, dass Ihr Anbieter für Ihre primäre Vernetzung ein Problem wie zum Beispiel einen Ausfall seines Backbones hat. Sie können die Anforderung an Ihren Anbieter haben, dass Ihr primäres Netz mit eigener Glasfaser und das Backup über einen anderen Anbieter realisiert (aber nur über einen verrechnet) wird. Einfachstes Beispiel in diesem Fall wäre, das primäre Netz mit eigener Glasfaser und das Backupnetz mit Kupfer Leased Line über einen Fremdanbieter redundant einzurichten. Somit haben Sie neben der Carrier-Redundanz zeitgleich auch eine Redundanz des Mediums und der Hauszuführung. Das Medium kann wahlweise Glasfaser oder auch Richtfunk sein, was die Verfügbarkeit Ihres Netzes nur positiver beeinflusst. Die wahrscheinlich beste Form eines echten Backups ist, eine leitungsgebundene Vernetzung mit Richtfunk eines Zweitanbieters abzusichern. Hierbei betreiben Sie eigentlich zwei Vernetzungen aktiv, auf zwei Medien, übergeben auf unterschiedlichen Routern, abgeführt in zwei Carrier-Backbones und haben „no single point of failure“, wie es so schön auf Englisch heißt.
Kosten
Die Kosten für Ihr Backup sind stark abhängig von den folgenden Faktoren: Bandbreite und Laufzeit, der Verfügbarkeit der Lösung sowie dem Aufwand für deren Umsetzung. Je nach Anforderung kann das Backup einen Bruchteil der Kosten Ihres primären Netzes ausmachen bis hin zu den gleichen Kosten. Wichtig hierbei ist auch zu entscheiden, wie hoch die Fallhöhe sein darf, sprich: Wie hoch muss oder darf die geringste Bandbreite sein um den Betrieb aufrecht zu erhalten. Ein Backup, nur um des Backups willens zu unterhalten, das im Störungsfall nichts nutzt oder gar nicht greifen kann, verursacht lediglich Kosten.
Wie SAVECALL bei der Redundanz unterstützt
Sollten Sie weitere Fragen zum Thema Backup bzw. Redundanz Ihres Ethernet MPLS Netzes haben, eine neue Auflage oder SLAs erfüllen müssen, sprechen Sie uns gerne an. Auf Basis von über 80 Carrier-Partnerschaften bewerten wir Medien-, Router-, Hauszuführungs- und Carrier-Redundanz anbieterunabhängig und finden die Kombination, die zu Verfügbarkeitsanforderung, Netzdesign und Budget passt.
Fazit: echte Redundanz ohne Single Point of Failure
Echte Ausfallsicherheit entsteht erst, wenn Medium, Router, Hauszuführung und Carrier gemeinsam gedacht werden. Wer geschäftskritisch auf sein Ethernet MPLS VPN angewiesen ist, kombiniert diese Ebenen passend zu Risiko und Budget und sichert im Idealfall zwei aktive Vernetzungen über zwei Medien, zwei Router und zwei Backbones ab. So entsteht ein echter no single point of failure.

Verfasst von
Frank Frommknecht
Key Account Consultant, SAVECALL
Begleitet Unternehmen seit über 20 Jahren bei Auswahl und Optimierung ihrer Vernetzungslösungen. Sein Fokus: komplexe Telekommunikation aus Sicht des Kunden verständlich machen und strategisch die passende Lösung finden.
Quellen
- Bitkom: Verfügbarkeit und Ausfallsicherheit von Unternehmensnetzen
- BSI: Empfehlungen zu Redundanz und Notfallvorsorge in der IT
- SAVECALL: WAN- und Netzwerklösungen für Unternehmen
Häufig gestellte Fragen
Häufige Fragen zu redundantem Ethernet MPLS VPN
Ein Ausfall der Leitung oder des zentralen Knotens kann den Betrieb lahmlegen. Für Unternehmen mit hohen Verfügbarkeitsanforderungen oder branchenspezifischen Auflagen ist Redundanz deshalb entscheidend, für den Datenverkehr ebenso wie im All-IP-Zeitalter für die Telefonie. Entscheidend ist, wie viel Ausfallzeit tolerierbar ist. Daraus leitet sich ab, welche Redundanzstrategie am besten zum Netzdesign passt und einen echten no single point of failure sicherstellt.
Bei der Medienredundanz werden Standorte über verschiedene Leitungsmedien angebunden. Fällt etwa das Glasfasernetz durch einen Faserbruch aus, versorgt ein Kupfer-Backup den Standort weiter. Zur Wahl stehen Kupfer per xDSL und Ethernet bis 10 Mbit/s, Glasfaser mit bis zu 10 Gbit/s, LTE beziehungsweise Dual LTE sowie Richtfunk (WLL). Welche Kombination sinnvoll ist, hängt von Verfügbarkeit, geforderter Bandbreite und Standort ab.
Ein reines Leitungsbackup über zwei Datenleitungen an einem Router schützt nicht, wenn dieser eine Router ausfällt, selbst bei zwei aktiven Leitungen. Bei der Routerredundanz schließt jede Verbindung an einem eigenen Router ab. Beide Router kommunizieren über das LAN mit HSRP. Fällt ein Router aus oder muss getauscht werden, übernimmt der andere automatisch den Datenverkehr. So wird das Gerät selbst als Single Point of Failure ausgeschlossen.
Eine getrennte Hauszuführung schützt, wenn der primäre Leitungsweg gekappt wird, etwa durch Tiefbauarbeiten. Zwei physisch getrennte Leitungswege werden sehr unwahrscheinlich gleichzeitig unterbrochen. Am einfachsten erreichen Sie das, indem Sie zwei verschiedene Medien wie Glas und Kupfer beauftragen. Noch höhere Verfügbarkeit entsteht, wenn das Gebäude von zwei Seiten mit Glasfaser erschlossen wird und die Dienste knoten- und kantendisjunkt verlaufen.
Carrier-Redundanz sichert gegen Probleme des primären Anbieters ab, etwa einen Ausfall seines Backbones. Dabei wird das primäre Netz über einen Anbieter realisiert und das Backup über einen zweiten, unabhängigen Netzbetreiber. Die beste Form eines echten Backups ist, eine leitungsgebundene Vernetzung zusätzlich per Richtfunk eines Zweitanbieters abzusichern. So laufen zwei aktive Vernetzungen über zwei Medien, zwei Router und zwei Carrier-Backbones ohne Single Point of Failure.
Die Kosten hängen von Bandbreite, Laufzeit, Verfügbarkeit und Umsetzungsaufwand ab. Je nach Anforderung kann das Backup einen Bruchteil des primären Netzes kosten oder ebenso viel. Wichtig ist die Fallhöhe: Welche Mindestbandbreite genügt, um den Betrieb im Störungsfall aufrechtzuerhalten. Ein Backup, das im Ernstfall nicht greift, verursacht nur Kosten. SAVECALL bewertet diese Faktoren anbieterunabhängig und findet die passende Balance aus Sicherheit und Budget.
Artikel, die Sie ebenfalls interessieren
Why
Telekom & IT-Sourcing.
Weltweit. Carrier-Unabhängig.
Auswahl & Betrieb weltweiter Connectivity- & Cloud-Infrastruktur. Ohne Vendor-Risiko & unnötige Kosten.
- 80+ Carrier weltweit
- EIN Dashboard
- EIN Ansprechpartner
- EIN SLA
- Min. 20% Einsparung



