Wenn mehr Cyber-Sicherheit zu viel ist

Cyber Sicherheit: Warum weniger oft mehr ist

Cyber-Sicherheit: Wann weniger mehr ist

Viele Unternehmen glauben, dass mehr Sicherheitstools besseren Schutz bieten, doch das Gegenteil ist oft der Fall. Überladene Systeme, fehlende Integration und endlose Schnittstellen verlangsamen Reaktionen und schaffen gefährliche Lücken. Der Schlüssel liegt in der Vereinfachung, im Rahmen einer klaren Sicherheitsstrategie: Klarheit statt Chaos.

Die Frage: Bringt Ihr aktueller Sicherheits-Stack wirklich Schutz, oder nur Komplexität?

Auf den Punkt gebracht:

  • Reduzierung redundanter Sicherheitstools und Datenquellen
  • Integration zentraler Systeme für schnellere Erkennung und Reaktion
  • Fokus auf Transparenz statt auf Funktionsvielfalt
  • Vereinheitlichung von Security-Operations und Überwachung
  • Stärkere Effizienz durch klare Prozesse und Verantwortlichkeiten

Die Lösung: SAVECALL hilft, bestehende und neue Sicherheitslösungen zu einer klaren, integrierten Architektur zu verbinden, statt immer neue Tools nebeneinanderzustellen.

Worum es in diesem Beitrag geht: Warum mehr Sicherheitstools selten mehr Schutz bedeuten, was Angreifer wirklich ausnutzen und wie Unternehmen mit Fokus statt Funktionsvielfalt sicherer werden.










Mehr Sicherheitstools schaffen mehr Komplexität, nicht mehr Sicherheit

Die Ansicht, dass mehr Sicherheitstools einen besseren Schutz bedeuten, hält sich immer noch hartnäckig, doch der Sicherheitsforscher Etay Maor argumentiert, dass der Erfolg im Bereich Cyber Sicherheit in der Einfachheit liegt.

„Wachstum schafft Komplexität, die Einfachheit erfordert“ – Mike Krzyzewski.

Es herrscht ein weit verbreitetes Missverständnis, dass die Sicherheitslage eines Unternehmens umso besser sei, je mehr Sicherheitstools es einsetzt. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass Unternehmen im Durchschnitt mehr als 70 Sicherheitsprodukte nutzen. Weiterhin überrascht es kaum, dass mit jedem hinzugefügten Angebot die Komplexität zunimmt und die Effizienz sinkt. Während dies für Fortune-100-Unternehmen mit ihren nahezu unbegrenzten Sicherheitsbudgets kein großes Problem sein mag, stellt es für alle anderen eine Herausforderung dar.

Eines der grundlegenden Probleme in der Cyber Sicherheit ist, dass die Produktvielfalt zu Komplexität führt. Der mehrschichtige Sicherheitsansatz, den Unternehmen über die Jahre hinweg eingeführt haben, dient dazu, sich gegen die ständig wandelnde Bedrohungslandschaft und die wachsende Komplexität von Angriffen zu schützen.

Warum Integration wichtiger ist als weitere Tools

Allerdings bestand jede Schicht aus mehreren unverbundenen Angeboten, was dazu führte, dass Sicherheitsforscher zu Integrationsingenieuren wurden. Sie mussten versuchen, alle Elemente miteinander zu verknüpfen. Wie genau erfassen und korrelieren Sie Signale und Indikatoren verschiedener Sensoren, filtern diese, normalisieren die Daten, scannen nach Fehlalarmen, bewerten die Relevanz der Daten für Ihre Anforderungen und vieles mehr? In welcher Art und Weise werden mehrere Bedrohungs-Feeds erfasst, priorisiert und auf Fehlalarme geprüft? Mit welchen Mitteln können Sie sicherstellen, dass alles nahtlos zusammenarbeitet, um eine möglichst optimale Sicherheitslage zu gewährleisten?

Das kannst du nicht!

Der Beweis liegt in der sogenannten Verweildauer: Die meisten Bedrohungsakteure verweilen wochen-, wenn nicht sogar monatelang, in den Netzwerken von Organisationen, bevor sie ihren Angriff starten.

In dieser kritischen Phase des Angriffs hat die IT viele Möglichkeiten, einen Angriff zu erkennen, einzudämmen und sogar zu verhindern. Während sie sich im Netzwerk der Organisation aufhalten, sammeln die Angreifer Passwörter und sichern ihr Fortbestehen im Netzwerk mithilfe von Tools, die bereits im System vorhanden sind, wie WMI oder PowerShell (oder LOL, was für „Living Off the Land“ steht), bis hin zu benutzerdefinierten Tools zur Durchführung von Privilegienausweitungen, Seitwärtsbewegungen zur Identifizierung von Kronjuwelen, Vorbereiten von Exfiltrationstunneln und vielem mehr, und das alles unter Umgehung von Sicherheitskontrollen.

Dies widerlegt einen weiteren alten Mythos der Cyber Sicherheit, der besagt: „the attackers have to be right just once, and the defenders have to be right all the time.“ Dieser Mythos ist eine zu starke Vereinfachung dessen, was bei einem Verstoß wirklich passiert. Tatsächlich ist genau das Gegenteil der Fall. Die Angreifer müssen bei jedem einzelnen Schritt richtig liegen, um ihr Ziel zu erreichen, während die IT über mehrere potenzielle Engpässe verfügt, an denen sie den Angriff hätten erkennen, abschwächen oder verhindern können. Warum übersehen Sec-Ops diese Signale immer wieder?

Mehr Technik heißt nicht mehr Sicherheit

In vielen dieser Fälle waren alle Signale vorhanden, wurden aber irgendwie übersehen. Dies wirft einige zentrale Fragen auf: Fügen neue Tools dem Sicherheits-Stack eher Fett oder Muskeln hinzu? Erleichtern sie dem Analysten die Arbeit, oder erzeugen sie nur mehr Komplexität? Muss er nun einen weiteren Bildschirm überwachen, um ein mögliches Signal zu erkennen? Starten wir mit jedem Tool ein neues Integrationsprojekt, das Wochen oder Monate dauert? Verzögert sich das Ganze noch mehr, wenn Teammitglieder gehen? Verlieren wir dadurch den Fokus auf Sicherheit und landen stattdessen bei Integration und Tests?

Angreifer haben gegenüber den Verteidigern mehrere Vorteile: Sie haben die Initiative, sind weitaus agiler, passen sich schneller an und verändern sich schneller. Eine genaue Betrachtung vieler Verstöße ergab jedoch, dass sie immer noch dieselben Tools und Techniken nutzen, Phishing, Passwort-Cracking und Schwachstellen-Scanning. Es ist nicht das „Was“, das sie geändert haben, sondern das „Wie“.

Der richtige Weg: Fokus statt Funktionsvielfalt

Wir müssen unsere Abwehrmaßnahmen neu denken. Statt ständig neue Funktionen hinzuzufügen, sollten wir Bestehendes in der Cyber Sicherheit besser nutzen. Nicht vereinfacht, aber klarer, umfassender und überschaubarer. Ziel: Effizienz durch Fokus, nicht durch Funktion.





Wie SAVECALL Sicherheit durch Einfachheit schafft

Wir unterstützen Sie nicht mit einer Vielzahl unterschiedlicher Sicherheitssysteme unterschiedlichster Anbieter, sondern dabei, Sicherheitssysteme zu etablieren, die genau diese Vereinfachung bringen: mehr Transparenz und weniger Aufwand.

Fazit: Weniger Tools, mehr Sicherheit

Nicht die Anzahl der Sicherheitstools entscheidet über den Schutz eines Unternehmens, sondern wie gut sie integriert sind und wie schnell ein Team aus ihren Signalen eine Entscheidung ableiten kann. Wer bestehende Systeme konsolidiert statt immer neue hinzuzufügen, gewinnt Transparenz zurück, entlastet sein Sicherheitsteam und schließt genau die Lücken, die Angreifer in überladenen Umgebungen wochenlang unbemerkt ausnutzen.

Frank Frommknecht, Key Account Consultant bei SAVECALL

Verfasst von

Frank Frommknecht

Key Account Consultant, SAVECALL

Begleitet Unternehmen seit über 20 Jahren bei Auswahl und Optimierung ihrer Vernetzungslösungen. Sein Fokus: komplexe Telekommunikation aus Sicht des Kunden verständlich machen und strategisch die passende Lösung finden.

Quellen

  • Etay Maor, Sicherheitsforscher, zitiert nach dem Prinzip „Simplicity as a security strategy“
  • Mike Krzyzewski, „Growth creates complexity that requires simplicity“
  • MITRE ATT&CK, Living off the Land Techniques, zuletzt abgerufen 2026

Häufige Fragen zu Sicherheitskomplexität

Warum machen mehr Sicherheitstools ein Unternehmen nicht automatisch sicherer?

Unternehmen setzen im Durchschnitt mehr als 70 Sicherheitsprodukte ein, oft ohne saubere Integration. Jedes zusätzliche Tool erzeugt eigene Schnittstellen, eigene Alarme und eigene Fehlalarme, die Sicherheitsteams manuell korrelieren müssen. Statt mehr Schutz entsteht so mehr Rauschen, echte Signale gehen in der Menge unter. Entscheidend ist nicht die Anzahl der Werkzeuge, sondern wie gut sie zusammenarbeiten und wie schnell ein Team daraus eine Entscheidung ableiten kann.

Was bedeutet Verweildauer (Dwell Time) bei einem Cyberangriff?

Die Verweildauer beschreibt die Zeit, die ein Angreifer unentdeckt im Netzwerk verbringt, bevor er seinen eigentlichen Angriff startet, oft Wochen bis Monate. In dieser Phase sammeln Angreifer Passwörter, weiten Rechte aus und bereiten Exfiltrationswege vor, meist mit bereits im System vorhandenen Tools wie PowerShell. Genau diese lange Phase bietet der IT mehrere Gelegenheiten, den Angriff zu erkennen und einzudämmen, vorausgesetzt, die vorhandenen Signale werden nicht in der Tool-Komplexität übersehen.

Stimmt es, dass Angreifer nur einmal richtig liegen müssen, Verteidiger aber immer?

Nein, dieser verbreitete Mythos vereinfacht die Realität zu stark. Angreifer müssen bei jedem einzelnen Schritt ihrer Angriffskette richtig liegen, von der ersten Kompromittierung über Rechteausweitung bis zur Exfiltration. Die IT verfügt währenddessen über mehrere potenzielle Engpässe, an denen sie den Angriff erkennen, abschwächen oder stoppen könnte. Das Problem liegt selten am fehlenden Signal, sondern daran, dass es in einem überladenen, schlecht integrierten Sicherheits-Stack übersehen wird.

Wie erkennt man, ob ein neues Sicherheitstool wirklich hilft oder nur Komplexität hinzufügt?

Ein neues Tool sollte den Analysten die Arbeit erleichtern, nicht zusätzliche Bildschirme und Integrationsprojekte erzeugen, die Wochen oder Monate dauern. Prüfen Sie, ob es bestehende Datenquellen ersetzt statt nur zu ergänzen, ob es sich nahtlos in vorhandene Prozesse einfügt und ob es beim Weggang von Teammitgliedern weiterhin bedienbar bleibt. Wenn ein Tool eher vom eigentlichen Sicherheitsfokus ablenkt, hin zu reiner Integration und Testing, bringt es dem Sicherheits-Stack Fett statt Muskeln.

Was ändern Angreifer wirklich, wenn sie erfolgreich sind: die Werkzeuge oder die Methode?

Genauere Betrachtungen vieler Sicherheitsvorfälle zeigen, dass Angreifer meist dieselben Werkzeuge und Techniken nutzen: Phishing, Passwort-Cracking und Schwachstellen-Scanning. Verändert hat sich nicht das Was, sondern das Wie, also die Geschwindigkeit, Agilität und Anpassungsfähigkeit, mit der Angreifer vorgehen. Verteidiger profitieren daher weniger von immer neuen Tools gegen neue Bedrohungen als von schnelleren, klareren Prozessen rund um bestehende Sicherheitsmaßnahmen.

Wie unterstützt SAVECALL Unternehmen dabei, Sicherheit durch Einfachheit zu erreichen?

SAVECALL vermittelt keine beliebige Vielzahl an Sicherheitssystemen unterschiedlichster Anbieter, sondern hilft, bestehende und neue Sicherheitslösungen zu einer klaren, integrierten Architektur zu verbinden. Im Mittelpunkt steht die Vereinfachung: weniger redundante Tools, zentralisierte Erkennung und Reaktion sowie Transparenz über den tatsächlichen Sicherheitsstatus, statt eines weiteren Bildschirms mehr zu überwachen.

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