SD-WAN vs. MPLS: Vor- und Nachteile der beiden Technologien
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SD-WAN und MPLS im Vergleich
SD-WAN oder MPLS: Welche Technologie passt?
MPLS liefert planbare Qualität mit klarem SLA, SD-WAN bringt Flexibilität, Cloud-Nähe und Kosteneffizienz. Die passende Wahl richtet sich nach Ihren Anforderungen.
SD WAN und MPLS verfolgen unterschiedliche Ansätze in der Standortvernetzung. Während MPLS auf dedizierter Hardware basiert, virtualisiert SD WAN die Netzwerkfunktionen. Dadurch entsteht mehr Flexibilität bei gleichzeitiger Kontrolle über Leistung und Sicherheit.
Auf den Punkt gebracht:
- MPLS Vorteile: Hohe Zuverlässigkeit, garantierte Qualität, niedrige Latenz und klare SLAs für Sprach und Echtzeitdaten
- MPLS Nachteile: Höhere Bandbreitenkosten, ungenutzte Backup Leitungen und eingeschränkte Flexibilität
- SD WAN Vorteile: Kombination verschiedener Verbindungen wie Internet, Ethernet oder 5G für maximale Skalierbarkeit
- SD WAN Sicherheit: Integrierte Verschlüsselung, Authentifizierung und zentrale Richtlinienverwaltung
- Hybridmodelle: Kombination beider Technologien für Leistung, Sicherheit und dezentrale Cloud Nutzung
Die Lösung: Kein pauschales Entweder-oder, sondern ein anbieterneutraler Abgleich von Performance, Cloud-Zugriff, Sicherheit und Budget je Standort, der oft in ein Hybridmodell mündet.
Worum es in diesem Beitrag geht: Die Grundsatzfrage der Technologiewahl, die Vor- und Nachteile von MPLS, die Stärken und Grenzen von SD-WAN und eine ehrliche Entscheidungshilfe für Ihre Umgebung.
Welche Technologie passt zu Ihrem Netzwerk?
SD WAN und MPLS verfolgen unterschiedliche Ansätze in der Standortvernetzung. Während MPLS auf dedizierter Hardware basiert, virtualisiert SD WAN die Netzwerkfunktionen. Dadurch entsteht mehr Flexibilität bei gleichzeitiger Kontrolle über Leistung und Sicherheit.
SD WAN überzeugt durch Agilität, Kosteneffizienz und einfache Verwaltung, während MPLS seine Stärken in planbarer Performance und Servicequalität hat.
Der grundlegende Unterschied zwischen SD-WANs und MPLS ist die Virtualisierung. Während SD-WAN die Netzwerkfunktionen virtualisiert, läuft die MPLS-Technologie auf proprietärer Hardware. SD-WAN-Verbindungen können alle Arten von Netzwerkverbindungen sein, MPLS ist durch seine dedizierten Netzwerkverbindungen definiert.
MPLS: Vor- und Nachteile
Einer der größten Vorteile von MPLS ist, dass es Pakete sehr zuverlässig an ihr Ziel bringt. MPLS bietet eine hohe Servicequalität, wenn es darum geht, Paketverluste zu vermeiden und Datenpakete mit geringer Latenz von A nach B zu transportieren. Diese Zuverlässigkeit ist besonders wichtig, um die Qualität von Echtzeitprotokollen wie Voice over IP (VoIP) oder kritischer Applikationen sicherzustellen und eine hohe Benutzerzufriedenheit zu erzeugen. MPLS kennzeichnet einzelne Pakete. Die MPLS-Anbieter sind somit in der Lage bestimmten Netzwerkverkehren eine höhere Priorität zuzuweisen. Die meisten Anbieter haben hier die Möglichkeit bis zu fünf unterschiedliche Prioritätsklassen zu definieren. Dies führt zu einer klaren Vorhersehbarkeit des Datenverkehrs im Netz. Ein MPLS-Netz ist kein „Best-Effort“ Approach. Sie erhalten einen klaren SLA (Service-Level Agreement) auf Jitter, Roundtrip-times, Paket-Loss, Downtimes und haben einen Ansprechpartner für alle Komponenten ihres Netzes.
Ein Nachteil von MPLS sind die Bandbreitenkosten. User sind zunehmend an bandbreitenintensiven Multimedia-Inhalten wie Videos oder Cloud-Diensten interessiert. Der dadurch immer größer werdende Bandbreitenbedarf führt dann oftmals zu hohen Kosten, sofern ein zentraler Internet-Breakout mit zentraler Firewall und keine dezentrale Lösung zur Ausleitung des Internet-Verkehres aus dem Netz genutzt ist. MPLS-Banbreiten sind prinzipiell etwas teurer, obgleich die Kosten in den letzten Jahren stark gefallen sind. Ein weiterer Nachteil ist die ineffiziente Bandbreitennutzung bei Main- und Backup Lösungen. Diese sind im MPLS meistens als Aktiv/Passiv konfiguriert. Die Backup Leitung ist daher meistens ungenutzt, produziert aber trotzdem Kosten.
SD-WAN: Pro und Kontra
SD-WAN bietet einige Vorteile gegenüber herkömmlichen MPLS-Netzwerken. Mit SD-WAN verlieren geografische Grenzen an Bedeutung, und wichtige Vorteile wie Transparenz, Skalierbarkeit, Leistung und Kontrolle von Cloud-Diensten, werden verbessert. Im Gegensatz zu MPLS gibt es bei SD-WAN keine Bandbreiteneinbußen. Es können im Underlay-Netz problemlos mehrere Verbindungen und Verbindungstechnologien (MPLS, Ethernet, Internet, 5G) gebündelt werden. Der größte Vorteil von SD-WAN ist die Möglichkeit, Netzwerkverbindungswege je nach Applikation oder Priorität kosteneffizient zu kombinieren und anzupassen. Es kann so z.B. unkritischer Datenverkehr über eine günstige Verbindung geroutet werden. Und umgekehrt.
Der wohl wichtigste Vorteil von SD-WAN ist, neben dem dezentralen Zugriff auf Cloud-Dienste und dem Verhindern netzatypischen Verkehrs, die Sicherheitsvirtualisierung. Unternehmen bevorzugen Netzwerkarchitekturen, die Sicherheit, Richtlinien und Orchestrierung integrieren. SD-WAN-Sicherheit deckt diese Grundlagen ab. Alle Geräte und Endpunkte sind vollständig authentifiziert. Dieser Aspekt gewinnt in Zeiten von Homeoffice und hybriden Arbeitsmodellen immer mehr an Bedeutung.
SD-WAN vs. MPLS: Es hängt von Ihnen ab
SD-WAN bietet viele Vorteile, von den Kosten über die Agilität und Flexibilität bis hin zur einfachen Nutzung und Bereitstellung sowie der erhöhten Sicherheit. Netzwerke wie MPLS werden jedoch auch weiterhin noch gefragt sein, wo es Vorhersehbarkeit und einen klaren End-to-End SLA benötigt oder der dezentrale Zugriff auf Clouds nicht so wichtig ist. Dies ist bei Unternehmen der Fall, die besondere Anforderungen an Konnektivität und Paketlaufzeiten haben. Bei der Entscheidung zwischen den beiden Lösungen müssen Unternehmen die Vor- und Nachteile abwägen und sich fragen, welche Anforderungen in ihrer Umgebung vorrangig sind. Häufig findet auch eine Kombination beider Ansätze Verwendung. Die entscheidende Frage bleibt: Welche Lösung unterstützt Ihre Netzwerkanforderungen besser, SD WAN oder MPLS?
Wie SAVECALL Sie unterstützt
SAVECALL entscheidet nicht dogmatisch für eine Technologie, sondern findet die passende Architektur je Standort, carrier-unabhängig über mehr als 80 Partner. Wir vergleichen MPLS und SD-WAN anhand Ihrer realen Anforderungen an Performance, Cloud-Zugriff und Budget, bündeln das passende Underlay und behalten für Ihre gesamte Standortvernetzung ein einheitliches SLA und einen Ansprechpartner. Bei Bedarf verbinden wir beide Welten zu einem Hybridmodell, das planbare Qualität und Kosteneffizienz vereint.
Fazit: Die passende Architektur statt Entweder-oder
SD-WAN und MPLS sind keine Gegner, sondern zwei Werkzeuge für unterschiedliche Anforderungen. Die richtige Wahl hängt davon ab, wie kritisch Echtzeitdaten sind, wie stark der Cloud-Zugriff wiegt und welches Budget zur Verfügung steht. Statt einer pauschalen Entscheidung führt der Abgleich dieser Faktoren oft zu einem Hybridmodell. SAVECALL trifft diese Auswahl herstellerneutral und richtet sie an Ihrem tatsächlichen Bedarf aus, statt am Portfolio eines einzelnen Carriers.

Verfasst von
Frank Frommknecht
Key Account Consultant, SAVECALL
Begleitet Unternehmen seit über 20 Jahren bei Auswahl und Optimierung ihrer Vernetzungslösungen. Sein Fokus: komplexe Telekommunikation aus Sicht des Kunden verständlich machen und strategisch die passende Lösung finden.
Häufig gestellte Fragen
Häufig gestellte Fragen zu SD-WAN und MPLS
Der grundlegende Unterschied ist die Virtualisierung. MPLS läuft auf proprietärer, dedizierter Hardware und ist durch seine dedizierten Netzwerkverbindungen definiert. SD-WAN virtualisiert die Netzwerkfunktionen und kann beliebige Verbindungsarten wie Internet, Ethernet, MPLS oder 5G bündeln. MPLS liefert planbare Performance mit klarem SLA, SD-WAN bietet mehr Flexibilität, Cloud-Nähe und Kosteneffizienz.
In der Regel ja, vor allem bei der Bandbreite. MPLS-Bandbreiten sind prinzipiell teurer, auch wenn die Kosten zuletzt gefallen sind. SD-WAN nutzt günstige Internetleitungen und bündelt mehrere Zugänge, statt teure Backup-Leitungen ungenutzt vorzuhalten. Die reine Leitungsersparnis ist aber nur ein Faktor, entscheidend sind die Gesamtkosten inklusive Hardware, Betrieb und SLA-Anforderungen.
MPLS bleibt gefragt, wo Vorhersehbarkeit und ein klarer End-to-End-SLA zählen oder der dezentrale Cloud-Zugriff zweitrangig ist. Das betrifft Unternehmen mit besonderen Anforderungen an Konnektivität und Paketlaufzeiten, etwa bei Sprache und zeitkritischen Echtzeit-Applikationen. MPLS garantiert Werte für Jitter, Roundtrip-Zeiten, Paketverlust und Downtimes mit einem Ansprechpartner für alle Netzkomponenten.
Ja, häufig ist ein Hybridmodell die beste Lösung. Dabei bleibt MPLS für kritische Echtzeitdaten wie Sprache im Einsatz, während unkritischer Datenverkehr und Cloud-Zugriffe kostengünstig über Internetleitungen laufen. SD-WAN steuert die Priorisierung applikationsbezogen und bündelt beide Welten. So verbinden Unternehmen die planbare Qualität von MPLS mit der Flexibilität und Kosteneffizienz von SD-WAN.
SD-WAN integriert Sicherheit direkt in die Netzwerkarchitektur. Alle Geräte und Endpunkte werden vollständig authentifiziert, der Verkehr wird verschlüsselt und zentral über Richtlinien gesteuert. Gerade in Zeiten von Homeoffice und hybriden Arbeitsmodellen ist diese Sicherheitsvirtualisierung ein wichtiger Vorteil. MPLS gilt zwar als abgeschottetes Netz, bietet aber keine integrierte Verschlüsselung auf Applikationsebene.
Die Entscheidung richtet sich nach den vorrangigen Anforderungen Ihrer Umgebung: Wie kritisch sind Echtzeitdaten, wie stark ist der Cloud-Zugriff, welche Standorte und welches Budget sind im Spiel? Statt einer pauschalen Antwort hilft ein Abgleich dieser Faktoren, oft mündet er in ein Hybridmodell. SAVECALL vergleicht dazu carrier-unabhängig über 80 Partner und findet die passende Architektur je Standort.
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