IP VPN: Ein Überblick (Teil 1)
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IP VPN verstehen und gezielt einsetzen
IP VPN: Was zählt
Virtuelle Netzwerke für mehr Flexibilität und Effizienz
Ein IP VPN ist ein virtuelles privates Netzwerk, das auf einem gemeinsamen IP Backbone eines Telekommunikationsanbieters basiert. Es nutzt MPLS Technologie und ermöglicht Unternehmen eine sichere und kosteneffiziente Standortvernetzung ohne eigene physische Leitungen.
Auf den Punkt gebracht:
- Virtuell statt dediziert: Kundennetz auf dem gemeinsamen IP-Backbone, günstiger als Punkt-zu-Punkt-Leitungen
- Flexible Bandbreiten: dynamische Anpassung ohne aufwendigen Umbau des Netzes
- Freie Topologien: Hub and Spoke, Point to Point oder Any to Any je nach Bedarf
- Vielfältige Zugänge: SDSL, LTE, UMTS, Richtfunk oder Standleitung integrierbar
- Diensteklassen: gezielte Priorisierung von Data, Voice, Video und Storage
Die Lösung: Im Vergleich zu einem Ethernet Private Network (EPN) bietet IP VPN mehr Anpassungsfreiheit bei geringeren Kosten und lässt sich mit unterschiedlichen Zugangstechnologien vielseitig einsetzen.
Worum es in diesem Beitrag geht: Was ein IP VPN ausmacht, welche Vorteile es Unternehmen bietet und wie es sich vom Ethernet Private Network unterscheidet. Die zentrale Frage: Nutzen Sie bereits die Vorteile eines IP VPN für Ihre Unternehmensstandorte?
Was ist ein IP VPN?
Ein IP VPN ist ein privates Netzwerk, das auf einem gemeinsam genutzten IP-basierten Backbone eines Telekommunikationsanbieters für sie eingerichtet wird. Es basiert auf der MPLS Technologie. Die Abkürzung VPN steht für virtuelles privates Netzwerk. Im Gegensatz zu privaten Netzwerken, die auf einzelnen Punkt zu Punkt Leitungen basieren, wird das Private Netz bei einem VPN nur virtuell erstellt. Im Netz eines Telekommunikationsanbieters werden auf dessen Backbone virtuell einzelne Kundennetze eingerichtet. Das ist natürlich viel billiger und flexibler als für jeden Kunden dezidierte aufwendige Punkt zu Punkt strecken aufzubauen. IP VPNs unterscheiden sich von der umfangreichen Produktgruppe der VPN Technologien im speziellen dadurch, dass die Daten über ein sogenanntes IP Netz transportiert werden. Werfen wir nun einen Blick auf einige entscheidende Vorteile von IP VPNs.
Vorteile eines IP VPN
Durch IP VPN profitiert ihr Unternehmensnetzwerk von zumindest einem der folgenden Aspekte. Kostensenkung gegenüber teureren Point to Point Services. Anbindung von Standorten an denen kein privates Netzwerk, also dedizierte Verbindungen, verfügbar sind, z. B. in entlegeneren Gebieten, im Ausland oder in Bereichen mit begrenzt verfügbarer Infrastruktur. In Deutschland gibt es viele Orte an denen kein Glasfaser und somit keine Standleitung verfügbar ist. Ein weiterer Vorteil von IP VPN kann sich bei Netzwerkrationalisierungen entfalten. So können zum Beispiel bei Fusionen oder Übernahmen anderer Unternehmen zwei Netze zusammengelegt werden. Ein großer Treiber für IP VPN ist auch die Zusammenführung von Sprach- und Datenverkehr in ein Netzwerk. Ebenso kann die kosteneffiziente und sichere Anbindung von kleinen Standorten und Remote Usern ein Thema sein.
Vergleich IP VPN zu Ethernet Private Network (EPN)
Vergleicht man gemanagte IP VPNs mit EPNs bilden sich einzelne Kernunterschiede heraus. Da gemanagte IP VPNs im Carrier Netz auf einer gesharten Plattform abgebildet werden, sind sie flexibler als Private Netze, welche zum Beispiel auf geänderte Bandbreitenbedürfnisse des Unternehmens viel schwerfälliger anzupassen sind. In einem gesharten und auch für zwei Carrier offenes Netz ist dies viel einfacher. Hohe Kosten und Restriktionen bei der Anpassung entfallen oftmals. Ein Beispiel: Für einen Kunden binden wir alle Standorte mit 100 Mbit/s Trägerstrecken an, von denen anfänglich jedoch nur 50 Mbit/s genutzt und bezahlt werden. Sofern der Bedarf steigt, kann die verfügbare Bandbreite zu bis zu 100 Mbit/s unmittelbar angepasst werden. Das Gleiche lässt sich natürlich auch mit höheren Bandbreiten machen. Betrachten wir nun die möglichen Netz Topologien. Neben Hub and Spoke und Point to Point können typischerweise auch Any to Any Netze im IP VPN abgebildet werden. Auch im Bereich der genutzten Zugangstechnologien hat man bei IP VPN eine größere Auswahl. SDSL, Wifi, Standleitung, LTE, UMTS oder Richtfunk sind alles einfach zu integrierende Netzverbindungen. Mit den fünf verschiedenen Diensteklassen im IP VPN tut man sich leichter, die Qualität der einzelnen Applikationen im Netz, wie z. B. Data, Voice, Video oder Storage, gezielt zu steuern und für einen reibungsfreien Ablauf aller Dienste innerhalb des Netzes zu sorgen. Damit ist IP VPN eine attraktive Möglichkeit für Unternehmen das hauseigene Netz für eine Vielzahl von Standorten zu managen.
IP VPN vs. EPN im Überblick
| Kriterium | IP VPN | Ethernet Private Network (EPN) |
|---|---|---|
| Plattform | Virtuelle Kundennetze auf dem gemeinsam genutzten IP-Backbone des Carriers, MPLS-basiert | Dedizierte, klar abgegrenzte Ressourcen im Carrier-Netz |
| Bandbreitenanpassung | Flexibel und schnell, z. B. von 50 auf 100 Mbit/s ohne Netzumbau, meist ohne hohe Zusatzkosten | Schwerfälliger anzupassen, Änderungen oft mit höherem Aufwand und Restriktionen |
| Topologien | Hub and Spoke, Point to Point und Any to Any möglich | Vorrangig feste Punkt-zu-Punkt- bzw. Standortkopplung |
| Zugangstechnologien | Große Auswahl: SDSL, WiFi, Standleitung, LTE, UMTS, Richtfunk | Auf leitungsgebundene Ethernet-Anbindung ausgerichtet |
| Diensteklassen (QoS) | Fünf Diensteklassen, gezielte Priorisierung von Data, Voice, Video, Storage | Weniger granulare Priorisierung |
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SAVECALL berät herstellerneutral und anbieterunabhängig bei Design und Beschaffung Ihres IP VPN. Auf Basis von über 80 Carrier-Partnerschaften vergleichen wir Anbieter, Zugangstechnologien und Diensteklassen und finden die passende Topologie für Ihre Standorte. Mit unserem Standort-Check verschaffen wir Ihnen einen Überblick der verfügbaren IP-VPN-Anbieter für Ihren Standort und begleiten Sie von der Analyse bis zur Umsetzung.
Fazit: IP VPN als flexible Standortvernetzung
IP VPN verbindet Unternehmensstandorte sicher und kosteneffizient über den gemeinsamen IP-Backbone eines Carriers, ohne eigene physische Leitungen. Gegenüber EPN punktet es mit flexibleren Bandbreiten, freien Topologien und einer größeren Auswahl an Zugangstechnologien. Damit ist es eine attraktive Basis, um das hauseigene Netz über viele Standorte hinweg zu managen. In Teil 2 dieser Reihe vertiefen wir die praktische Umsetzung.

Verfasst von
Frank Frommknecht
Key Account Consultant, SAVECALL
Begleitet Unternehmen seit über 20 Jahren bei Auswahl und Optimierung ihrer Vernetzungslösungen. Sein Fokus: komplexe Telekommunikation aus Sicht des Kunden verständlich machen und strategisch die passende Lösung finden.
Quellen
- IETF RFC 4364: BGP/MPLS IP Virtual Private Networks (VPNs)
- MEF Forum: Standards für Carrier-Ethernet- und IP-VPN-Dienste
- SAVECALL: WAN- und Netzwerklösungen für Unternehmen
Häufig gestellte Fragen
Häufige Fragen zu IP VPN
Ein IP VPN ist ein virtuelles privates Netzwerk, das auf dem gemeinsam genutzten IP-basierten Backbone eines Telekommunikationsanbieters eingerichtet wird. Es basiert auf MPLS-Technologie. Statt für jeden Kunden dedizierte Punkt-zu-Punkt-Leitungen zu bauen, werden im Carrier-Backbone virtuell einzelne Kundennetze erstellt. Das ist deutlich günstiger und flexibler und ermöglicht eine sichere Standortvernetzung ohne eigene physische Leitungen.
Ein gemanagtes IP VPN wird im Carrier-Netz auf einer gesharten Plattform abgebildet und ist damit flexibler als ein privates EPN. Bandbreiten lassen sich schneller und ohne hohe Anpassungskosten ändern. Zudem sind mehr Netz-Topologien wie Hub and Spoke, Point to Point oder Any to Any möglich, und die Auswahl an Zugangstechnologien ist größer. EPN punktet dagegen mit dedizierten, klar abgegrenzten Ressourcen.
IP VPN senkt die Kosten gegenüber teureren Point-to-Point-Services und bindet auch Standorte an, an denen keine dedizierte Leitung verfügbar ist, etwa in entlegenen Gebieten oder im Ausland. Es hilft bei Netzwerkrationalisierungen, etwa dem Zusammenlegen zweier Netze nach einer Fusion. Auch die Zusammenführung von Sprach- und Datenverkehr sowie die Anbindung kleiner Standorte und Remote-User sind typische Treiber.
IP VPN ist bei den Zugangstechnologien sehr flexibel. Integrieren lassen sich unter anderem SDSL, WiFi, Standleitung, LTE, UMTS oder Richtfunk. Dadurch lassen sich auch Standorte anbinden, an denen keine Glasfaser und damit keine klassische Standleitung verfügbar ist. Diese Vielfalt macht IP VPN besonders für heterogene Standortlandschaften und internationale Netze attraktiv.
IP VPN kennt typischerweise fünf verschiedene Diensteklassen. Damit lässt sich die Qualität einzelner Applikationen im Netz gezielt steuern, etwa für Data, Voice, Video oder Storage. Zeitkritische Dienste wie Sprache und Video erhalten so Vorrang, während weniger kritische Anwendungen nachrangig behandelt werden. Das sorgt für einen reibungsfreien Ablauf aller Dienste innerhalb desselben Netzes.
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