SDN und SD-WAN

SDN und SD-WAN sind in aller Munde, recht junge Technologien und verändern Netzwerke in Unternehmen drastisch. IDC sagt dem SDN-Markt von 2014 bis 2020 eine jährliche Wachstumsrate von 53,9 % voraus. SD-WAN soll sogar mit 90% jährlich wachsen um 2020 ein Marktvolumen von 6 Milliarden zu erreichen.

Beide Technologien lohnt es, genauer zu betrachten.

SD-WAN (Software Defined Wide Area Network)

SD-WAN ergänzt bestehende Netzwerk-Architekturen, indem es Unternehmen ermöglicht, sehr flexibel, verschiedenste Anbindungstechnologien wie MPLS, Ethernet oder einfache kommerzielle Internetleitungen per Glasfaser, Kupfer oder Funk nach Bedarf und Preis einfach in einem Endgerät zu bündeln, um Niederlassungen flexibel und kostengünstig anzubinden.

Es unterscheidet sich von herkömmlichen Technologien durch einen eher applikations- als paketorientierten Routingaufbau, wodurch Quality of Service für die User besser und einfacher herzustellen ist. Application-Reporting, Zero-touch-Provisioning, zentralisiertes Policy-Management und Policy-based Routing sind die Wesentlichen und großen Versprechen von SD-WANs.

Im praktischen Einsatz, fernab von Hochglanz-Marketing-Broschüren, gibt es jedoch einige Stolpersteine zu beachten.

Mit der Möglichkeit durch SD-WAN herkömmliche Internetleitungen parallel mit verschiedensten anderen Anbindungstechnologien für das Unternehmensnetz zu nutzen, verbinden sich auch deren Nachteile wie Performance-Issues und fehlende, durchgängige SLAs. Darüber hinaus müssen die neu entstehenden, hybriden und oft komplexeren Multi-Vendor-Infrastrukturen auch meist selbst gemanaged und verwalten werden. Die viel versprochenen Kostenvorteile im Vergleich zu herkömmlichen Netzen ergeben sich meist nicht, wenn vergleichbare SLAs hergestellt werden sollen.

Auch zero-touch Provisioning und das Einrichten und Managen zentraler Policies muss nicht zwingend ein Segen sein, sondern kann sich in einigen Fällen auch durchaus kompliziert und ressourcenintensiv gestalten.

Aus obigen Gründen werden SD-WAN Lösungen immer öfter von Solution-Providern angeboten, welche die Komplexität der “Selbstbedienungslösungen“ für den Kunden reduzieren und mit Erfahrung im Rollout und Management der Multi-Vendor-Strukturen zur Seite stehen.

SDN (Software Defined Networks)

Mittels SDN werden Netzwerke agiler und flexibler und Netzwerkadmins können per Softwareoberflächen Change-Management Tasks erledigen, welche ansonsten “device by device“ durchgeführt werden müssten.

Aktuellen Marktstudien von AM&S zufolge, evaluieren bereits ca. 75% der Unternehmen einen Einsatz von SDN-Technologien in ihren Testumgebungen. 25% betreiben bereits SDN-Infrastrukturen in einzelnen Unternehmensbereichen.

Ein SDN fordert von den Mitarbeitern in der IT eine Refokussierung des Denkens von der Hardware zu Software. Man konfiguriert das Netzwerk mittels grafischer Software anstatt eigenen Code mit interaktiven Developer-Tools zu schreiben.

Dies bedarf eines Umdenkens und Trainings neuer Skills und eventuell sogar neuer Positionen in der IT. Die Vorteile von SDN sind gegeben, aber anfangs oft schwer zu quantifizieren. Ein SDN erfordert eine grundsätzliche architektonische Veränderung, damit dessen Vorteile auch greifen können. Anhand kleiner, schneller Implementierungen kann dies oft recht gut aufgezeigt werden, um im Anschluss größere Projekte freigegeben und finanziert zu bekommen.

Wir raten Unternehmen dazu, mit erfahrenen Experten die attraktivsten SDN-Ansätze im Unternehmen zu identifizieren und gemeinsam aufzuzeigen, wo die größten Benefits entstehen.

Fazit

SD-WAN focussiert darauf, Applikations-Routingfähigkeiten für Wide-Area-Networks (Weitverkehrsnetze) zu ermöglichen, um geographisch verteile Niederlassungen flexibler miteinander zu verbinden. SDN macht Netze dynamischer und mehr responsive für sich ändernde Unternehmensanforderungen.

SDN und SD-WAN ergänzen sich. Viele Unternehmen und auch Carrier implementieren SD-WAN Lösungen auf Basis ihrer SDN Netzinfrastrukturen.

Interesse an SD-WAN?


Nikolaus von Johnston Nikolaus von Johnston General Manager Savecall Tel.: +49 (0)89 / 219 914 810 E-Mail: kontakt@savecall.de Lesen sie auch meinen Blog

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