Sendemast MobilfunknetzEin Mobilfunknetz braucht mehr als nur Funkzellen, erst die Elemente im Kernnetz machen die eigentliche Kommunikation möglich. Denn mehr Geschwindigkeit und Kapazität in den Funkzellen bringt auch mehr Last (Daten) ins Kernnetz (Backbone).

Eine Mobilfunkzelle besteht aus einer Basisstation (Mitte) und mehreren Funkstationen drum herum und bildet eine Mobilfunkzelle. In Ihr wird sozusagen das Netz aufgebaut, mithilfe diesen man dann telefonieren oder surfen kann.

Wer sich mit der Funktionsweise eines Mobilfunknetzes beschäftigt, stellt schnell fest, dass nur der kleinste Teil der Kommunikationsstrecken tatsächlich über Funkstandards wie GSM, UMTS oder LTE läuft, also über Funk. Klingt komisch ist aber so.

Telefoniert zum Beispiel ein Kunde in Berlin mit einem Kunden in München, sind deren Handys nur über wenige Hundert Meter oder allenfalls einige Kilometer per Funk mit der jeweiligen Basisstation verbunden.
Den Großteil der Strecke, der rund 600 Kilometer Entfernung zwischen den beiden Städten, werden unter-
irdisch zurückgelegt – nämlich über das sogenannte Kernnetz (Backbone).

Höchstleistungen für das Kernnetz

Je mehr Sprach- und Datenverkehr eine einzelne Funkzelle aufnimmt , desto stärker  das Kernnetz belastet. Beim Ausbau des Netzes müssen deshalb nicht nur die Funkzellen vor Ort auf mehr Kapazität und Geschwindigkeit aufgerüstet werden. Ebenso wichtig ist es, das Kernnetz für seine ständig wachsenden Transport- und Vermittlungsaufgaben angemessen zu dimensionieren. Inzwischen setzt daher jeder Provider auf Glasfaserkabel, da damit sehr hohe Bandbreiten abgeführt werden können.

Orte an denen eine Versorgung durch Glas oder Kupfer aus topographischen Gründen schlicht nicht möglich ist, werden meistens über Richtfunk zu einem anderen Mast versorgt. Hierbei wird jedoch keine direkt Sicht-
verbindung benötigt, solange mit LTE gearbeitet wird. Hierbei sind Bandbreiten von 1 GB normal und im Testlabor konnten sogar schon 50 GB Transfervolumen erzielt werden.  Jedoch wird es noch einige Jahre dauern, bis wir in den Genuss dieser Bandbreiten kommen können.

Mobilfunknetz goes All-IP

Ein weiterer Baustein, um die Kommunikation im Kernnetz möglichst effizient zu gestalten, ist die Umstellung auf All-IP Technik. Diese Technik spaltet die genutzten Daten entsprechend in einzelne IP-adressierte Bereiche auf. Das macht die Übertragung und die Ver- und Entschlüsselung leichter. Wo früher noch viele verschiedene Formate übersetzt werden mussten (Sprache, Kurznachrichten, Datenübertragungen) setzen moderne Netze vollständig auf das Internet- Protokoll (IP). Ein Protokoll – und somit weniger Arbeit.

Ein Mobilfunknetz besteht also aus einem Backbone (Kernnetz), einen Tranzportnetz (Mobilfunkmasten), Kommunikationseinheiten, die die Kommunikation und den Datentransfer steuern (Server, SRAN) und das ganze aus verschiedensten Elementen wie Funk, Kupfer oder Glas, mit verschiedenen Protokollen, Einheiten, Frequenzen, Endgeräten, Betriebssystemen und Nutzarten.

Wer das am Ende versteht, merkt das Mobilfunk kein einfaches, sondern ein hochentwickeltes Kommunikationsprodukt ist, das noch nicht am Ende seines Wachstums angelangt ist. Und wenn mal wieder ein Gespräch wegbricht oder eine Verbindung nicht einwandfrei ist, zeigt dann vielleicht ein wenig Verständnis für diese Technik, die unsere Leben so stark verändert hat, wie kaum eine andere Technik es getan hat.

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