Wechselt man seinen Telefonie-Anbieter, wird man (nicht nur) bezüglich der Rufnummer mit jeder Menge Fragen konfrontiert: „Möchten Sie Ihre Rufnummer portieren? Brauchen Sie einen neuen Rufnummernblock? Ist eine Blockverlängerung sinnvoll? Wünschen Sie eventuell eine Blockverkürzung?“ Kommen dann noch diese Drei-Buchstaben-Wörter dazu, die jeder außer einem selbst zu verstehen scheint (in diesem Fall lassen einen beispielsweise die Abkürzungen „TKG“, „LNP“ und „MSN“ an den Hit „MfG“ der Fanta4 denken), wird es richtig haarig.

Die folgenden Erläuterungen sollen dabei helfen, auf all diese Fragen schnell die richtige Antwort parat zu haben.

Rufnummernportierung

Dieser Begriff beschreibt zunächst nur die Möglichkeit der Mitnahme der alten Telefonnummer zum neuen Anbieter und ist in Deutschland gesetzlich festgeschrieben (§46 Telekommunikationsgesetz, kurz TKG) . So weit, so simpel. Der Teufel steckt, wie immer, im Detail: Möchte der Neukunde seine alte Festnetznummer behalten, füllt der neue Anbieter gemeinsam mit ihm einen sogenannten Portierungsauftrag zur Local Number Portability (LNP) oder Festnetzrufnummernportierung aus. Dieses Formular umfasst lediglich eine Seite, aber es ist erstaunlich, wie viele Fehler man auf so wenig Platz machen kann, daher unbedingt vom Neuanbieter helfen lassen! Wird ein Portierungsauftrag nämlich aufgrund eines Fehlers von der Bundesnetzagentur, bei der er eingereicht wird, abgelehnt, zieht das eine unnötige zeitliche Verzögerung nach sich.

Mit dem Portierungsauftrag wird auf Wunsch auch gleich der Vertrag des alten Telefonie-Anbieters gekündigt, daher ganz wichtig: Nicht vorher kündigen, das tut der neue Anbieter für Sie. Wenn Sie ohne Portierung kündigen, wandert Ihre Nummer zurück zur Bundesnetzagentur und kann von dieser freigegeben und neu zugeteilt werden, ist somit unter Umständen also weg.

Den Portierungstermin bestimmt der abgehende Netzbetreiber, ausschlaggebend ist hierbei die Vertragslaufzeit und die Kündigungsfrist des alten Vertrages. An dem Tag der Portierung ist der Anschluss für einen kurzen Zeitraum von ca. 10 Minuten nicht erreichbar, da während dieser Zeit die netztechnisch notwendigen Umschaltungen vorgenommen werden. Anschließend wird dieser Vorgang an die übrigen deutschen Festnetzbetreiber gemeldet und eine Rufumlenkzeit eingeleitet, die 60 Tage beträgt und während derer Anrufe vom ehemaligen Anbieter in das neue Netz weitergeleitet werden (Rufumsteuerung).

Wichtig bei einem Portierungsauftrag ist es zu wissen, was denn genau portiert werden soll, eine einfache Rufnummer, MSN-Nummern (Multiple Subscriber Number = mehrere Rufnummern, maximal 10, an einem ISDN-Basisanschluss, die beliebig auf die Endgeräte aufgeteilt sein können) oder ein, evtl. auch mehrere Rufnummernblöcke. Die Lösung dieses Rätsels findet sich im Vertrag mit dem alten Anbieter (bei Wechsel der Telefongesellschaft sind es u.U. auch mehrere Verträge), daher ist der einfachste Weg der, alle (!) alten Verträge heraus zu suchen, an den neuen Anbieter zu senden und ihn alles weitere machen zu lassen. Ist der „Neue“ dazu aus Kostengründen nicht bereit, suchen Sie sich einen neuen „Neuen“, denn hier würde am falschen Ende gespart.

Rufnummernblock

Ein Rufnummernblock besteht aus mindestens 10 Durchwahlen und bezeichnet die letzten Ziffern, die für die Nebenstellen der Telefonanlage vergeben werden. Ob ein Rufnummernblock benötigt wird und wie groß er sein soll, hängt von der Anzahl der Nebenstellen und vom Telefonieverhalten ab. Ein Privathaushalt benötigt in der Regel keinen Rufnummernblock, wohl aber Unternehmen mit mehreren Mitarbeitern, die parallel telefonieren und eine eigene Durchwahl haben sollen.

Der neue Anbieter fragt Sie, wie groß der gewünschte Rufnummernblock sein soll, d.h. er möchte wissen, wie viele Durchwahlen Sie benötigen, und ob diese ein-, zwei- oder gar dreistellig sein sollen. 10er Rufnummernblöcke sind einstellig und gehen von 0 bis 9, 100er Rufnummernblöcke von 00 bis 99. (Bei einem 100er-Block empfiehlt sich eine Blockverkürzung auf 10 bis 99, denn die 0 wird meist mit der Zentrale belegt und somit fallen die Nebenstellen 01 bis 09 automatisch weg, da bei der Wahl der 0 immer sofort zur Zentrale geleitet wird, auch wenn danach weiter gewählt wird.) Wenn Sie dreistellige Durchwahlen haben möchten, benötigen Sie einen 100er Rufnummernblock, der virtuell um eine Ziffer erweitert werden kann, das ist dann die sogenannte Blockverlängerung oder -erweiterung.

Rufnummernblöcke werden bei der Bundesnetzagentur bestellt, und das benötigt wiederum eine Vorlaufzeit von mindestens 14 Tagen, Rufnummernerweiterungen bzw. -verkürzungen werden vom neuen Anbieter in ca. 2 – 3 Werktagen durchgeführt. Sinnvoll ist es, sich bei Vertragsabschluss zu überlegen, ob das Unternehmen in absehbarer Zeit expandieren will, und den gewünschten Rufnummernblock entsprechend groß zu bestellen.

Ausführliche, allerdings ziemlich trockene Informationen zu den Themen Portierung und Rufnummernblock und den dazu gehörigen Vorgängen liefert die Seite der Bundesnetzagentur: www.bundesnetzagentur.de

Wenn Sie gerade über einen Wechsel des Anbieters nachdenken oder den Umstieg auf eine virtuelle TK-Anlage in Betracht ziehen, kontaktieren Sie uns kostenfrei und unverbindlich. Wir helfen Ihnen gerne!

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Birgit Stelzer Birgit Stelzer Sales Manager Tel.: +49 (0)89 / 21 99 14 623 E-Mail: ictvertrieb@savecall.de Lesen sie auch meinen Blog


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