Der Einsatz beginnt um Mitternacht. Die meisten Kunden sind nun zu Hause und haben ihre Smartphones ans Ladegerät angeschlossen, die Auslastung der Funkzelle nimmt ab. Für diesen Zeitpunkt haben sich die Techniker, die heute Nacht die Umrüstung einer Funkzelle in Rumsdinkel durchführen, die sorgfältig geplante Umrüstung der Basisstation auf die SRAN Technologie vorgenommen.

Mobile Device Management - SRAN

 

Ein Mobilfunknetz besteht aus einzelnen Funkzellen. Und in der Mitte jeder Funkzelle steht eine Basisstation. Diese ist per Glasfaser, Kupferader oder Richtfunk mit dem sogenannten Kernnetz verbunden und steuert die Funkantennen, die in der Zelle die Mobilfunkversorgung garantieren. In der Praxis bedeutet Netzmodernisierung, für jede Zelle die dort eingesetzte Steuertechnik auszuwechseln.

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Für die nächsten Stunden, in denen die Umrüstung vollzogen wird, übernehmen die Nachbarzellen die Versorgung des betroffenen Gebiets. Smartphones, Tablets und Notebooks in dieser Region werden also nichts verzichten müssen, jedoch kann es für einen kurzen Zeitraum zu verringerten Geschwindigkeit und Kapazität kommen.

Im Controll Center des Providers aus dem das Netz gemanagt wird, werden einige Eingaben getätigt,
ein paar Knöpfe gedrückt auf dem virtuellen Bildschirm und die umzurüstende Zelle geht vom Netz. Während die nächstgelegenen Basisstationen temporär ihre Reichweite erhöhen und somit mehr

Teilnehmer versorgen als in der engmaschigen Netzplanung eigentlich vorgesehen, erfolgt ein kurzes Telefonat und das Team vor Ort beginnt seine Arbeit.

Die Arbeit beginnt

In einem Technikraum unterhalb der Antennenanlage, die bereits vor einigen Tagen vorbereitet wurde, haben sie den Serverschrank mit der Steuertechnik bereits geöffnet. Routiniert und effizient führen nun die beiden Techniker die notwendigen Schritte durch. Strom abschalten, alle Kabel lösen, die alten Komponenten aus dem Schaltschrank herausreißen äh ich meine ausbauen. Das neue Platz sparende und leistungsfähigere Modul liegt schon bereit. Nach dem Einbau nimmt das neue SRAN Element nimmt nun den Platz der bisherigen Steuertechnik ein.

„Single Radio Access Network“ – kurz: SRAN

SRAN beziehungsweise „Single RAN“ steht für „Single Radio Access Network“ Waren bisher zur Steuerung der einzelnen Funkstandards GSM und UMTS separate Recheneinheiten erforderlich, wird dies nach der Umrüstung ein einziges Element übernehmen. Zwei millimeterdünne Glasfaserkabel – je eines für jede Übertragungsrichtung – sorgen wie schon vorher für die Zu- und Ableitung der Sprach- und Datenpakete.

Der leistungsstarke Rechner im Single-RAN-Modul vermittelt jedes Datenpaket in Millisekunden an die vorgesehene Mobilfunk-Steuereinheit weiter. Seine Software beeinflusst, in welchem Umfang die Netzkapazität über die einzelnen Funkstandards bereitgestellt wird: 2G (GSM und die darauf basierenden Datenfunk-Standards GPRS und EDGE), 3G (UMTS und sein Datenbeschleuniger HSPA) sowie nach der Umrüstung auch 4G (LTE). So können die Mitarbeiter im Netzwerk-Management- Center in Zukunft an ihren Konsolen entscheiden, wie die Basisstation ihre Kapazität auf die einzelnen Funkstandards aufteilt.

Fast ist es geschafft – die letzten Schritte

Nun installieren die beiden Techniker  noch ein Paket Notbatterien, die den Betrieb der Funkzelle auch bei einem Stromausfall bis zu 40 Minuten aufrechterhalten können. Danach noch als letzten Schritt wird die Stromversorgung des Schaltschranks wieder eingeschaltet. Die physische Installation der neuen Komponenten ist somit abgeschlossen.

Eigentlich steht nun steht noch die Prüfung der neu eingebauten Elemente auf dem Programm. Auf einem Laptop laufen die erforderlichen Kontrollprogramme. Geben sie grünes Licht, kann die Funkzelle wieder ans Netz. Bis das jedoch geschieht, schieben sich beide Techniker noch schnell eine Wurschtsemmel rein. Genießen einen Schluck Bier aus der gekühlten Flasche und rauchen noch eine zu Entspannung vor dem Zelt. Man sollte sich ja nicht zu sehr stressen im Beruf. Danach noch ein Anruf im Netzwerk-Management-Center das alles läuft und dann ab nach Hause.

Zwischenzeitlich ist es fünf Uhr morgens. Der diensthabende Mitarbeiter im Controll Zentrum gibt die erforderlichen Kommandos an seiner Konsole ein, und die Funkzellen vor Ort schalten auf die neue Konfiguration um. Die Nachbarzellen verringern ihre Reichweite wieder auf die ursprüngliche Größe, die mit nagelneuer Technik aufgerüstete Funkzelle nimmt wieder den Betrieb auf. Wenn ab jetzt die ersten Kunden in Rumsdinkel ihre Handys wieder einschalten, wird der eine oder andere von ihnen eine kleine, aber wichtige Veränderung bemerken: Im Display erscheint nun die Meldung „LTE“.

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Juarez Williams Juarez Williams ICT Consultant Tel.: +49 (0)89 / 219 914 810 E-Mail: kontakt@savecall.de Lesen sie auch meinen Blog


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