Technisch betrachtet ist, wenn von der Bandbreite (oder Datenübertragungsrate) gesprochen wird, eine Durchflußkapazität gemeint. Ein über ein Waschbecken montierter Wasserhahn kann beispielsweise eine maximale Bandbreite von 3 Litern Leitungswasser pro Minute haben, durch einen Feuerwehrschlauch strömen im gleichen Zeitraum bis zu 800 Liter.

Die Bandbreite von Standleitungen bemißt sich in Mbit/s, also in Millionen Bit pro Sekunde (Megabit). Geringere Bandbreiten können auch in kbit/s angegeben werden (Tausend Bit pro Sekunde, kilobit).

Natürlich steht einem Anwender in den seltensten Fällen die technisch maximale Bandbreite exklusiv zur Verfügung. Einige Fallstricke, die zu beachten sind:

Bis ein angefragter Datensatz auf dem Client des Benutzers erscheint, muß seine Anfrage zunächst über die Datenverbindung zum entsprechenden System transportiert werden und danach das Ergebnis auf demselben Weg zurück. Diese sogenannte Round-Trip-Time hat deutlichen Einfluß auf die gefühlte Geschwindigkeit.

Bedient ein System mehrere Anfrager gleichzeitig, so werden die verfügbaren Ressourcen entsprechend aufgeteilt. Mit steigender Anzahl steht der einzelnen Aufgabe immer weniger Zeit zur Verfügung. Während der Empfänger wartet, werden die Daten gegebenenfalls noch gar nicht übertragen sondern noch vom Sender vorbereitet. Typische Beispiele sind gut frequentierte Webserver im Internet, E-Mailserver, die mit einer stetig anwachsenden Menge an gespeicherten E-Mails fertig werden müssen oder Warenwirtschaftssysteme, auf die zusätzliche Mitarbeiter zugreifen.

Genauso gut kann der Empfänger überlastet sein und die Weiterverarbeitung nach erfolgter Übertragung verzögern. Insbesondere bei der Darstellung multimedialer Inhalte wie Videoclips oder grafiklastiger Terminalsitzungen macht sich eine zu geringe Leistungsfähigkeit schnell bemerkbar.

Wer garantiert Ihnen Ihre Bandbreite?

Ob das Leistungsversprechen eines Standleitungsanbieters lediglich eine Marketingaussage ist oder faktische und rechtssichere Bedeutung für den Kunden hat, kann der technische Laie oftmals kaum ermitteln. Auch im Bereich der Bandbreite trifft der Kunde auf verschiedene Floskeln, die es Wert sind, genauer betrachtet zu werden:

Die maximale Bandbreite unseres Produktes beträgt X!
Die maximale Geschwindigkeit Ihres PKW liegt möglicherweise bei weit über 200 km/h. Wie lange benötigen Sie für die Fahrt zu Ihrem Arbeitsplatz? Wenn Sie auf eine gewisse Mindestleistung Wert legen, sollten Sie sich höchstens für eine garantierte minimale Bandbreite interessieren. Schließlich stört es Sie wahrscheinlich wenig, wenn die Datenleitung schneller ist als angenommen. Sollte sie allerdings deutlich langsamer als erhofft sein, wäre das kaum in Ihrem Interesse und Sie würden feststellen, daß Sie lediglich einer geschickten Marketingfloskel aufgesessen sind.

Die garantierte maximale Bandbreite unseres Produktes ist X!
Eine Aussage, nicht besser als die vorige. Einziger Unterschied im Versprechen des Anbieters: Wir garantieren Ihnen, daß wir auf keinen Fall mehr können! Lassen Sie das Wörtchen maximal beiseite und fragen Sie explizit nach der garantierten Bandbreite.

Bandbreitengarantie des Provider-Backbones!
Hiermit möchte Ihnen der Anbieter sagen, daß er für die Leistungsfähigkeit seines eigenen Netzes garantiert. Eine gute Sache! Wenn er darüber hinaus auch die Bandbreiten-Garantie für diejenige Leitung übernimmt, die Ihr Unternehmen mit diesem Backbone verbindet, sind Sie auf der sicheren Seite. Ansonsten gilt: Die Autobahn ist vierspurig ausgebaut, aber von Ihrem Zubringerstück war nie die Rede.

Sichert der Anbieter seinem Kunden hingegen eine dauerhaft verfügbare garantierte Bandbreite zu, kann dieser sich sicher sein, daß er seine Standleitung langfristig in der gewünschten Bandbreiten-Qualität an seinem Standort zur Verfügung hat.


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