Da IPfonie®centraflex in die Netzwerk-Umgebung des Kunden integriert wird, müssen an diese bestimmte Systemanforderungen gestellt werden, die wir folgend kurz aufzählen und durchgehen:

Internetzugang

QSC empfiehlt für den Betrieb von IPfonie®centraflex die Nutzung eines QSC Access, welcher die unten beschriebenen WAN-Voraussetzungen erfüllt.

Wünscht der Kunde jedoch den Betrieb von IPfonie®centraflex über einen Internetzuganges eines anderen Anbieters als QSC, ist QSC für die Bereitstellung und Betreuung des Internetzuganges nicht verantwortlich. Insbesondere ist der Kunde in diesem Fall für die Qualität und die etwaige Entstörung des Internetzuganges selbst verantwortlich. Es besteht kein Anspruch auf Priorisierung und einen ungestörten Betrieb gegenüber QSC. Störungen sind ausschließlich dem entsprechenden Internetanbieter zu melden, da QSC keine Zugriffsmöglichkeiten auf den Internetzugang hat. Unter Umständen können auch Fehler der von QSC eingesetzten Hardware nicht erkannt werden. QSC kann lediglich die Funktionalität des SIP-Accounts prüfen.

Systemanforderungen WAN für den Internetzugang eines Drittanbieters

Die Latenzzeit von IP-Paketen zu den zentralen IPfonie®centraflex -Systemen darf 50ms nicht übersteigen, wobei ein maximaler Jitterwert von 20ms zugelassen ist. Der Paketverlust darf 1% (im 10sek Burst-Intervall) nicht übersteigen.

Bei Verwendung von NAT (Network Address Translation) zur Umsetzung von internen privaten IP-Adressen auf öffentliche WAN IP-Adressen dürfen die UDP/TCP-Sessions nicht vor Ablauf von 180 Sekunden bei Inaktivität durch die CPE abgebaut werden.
Eine SIP-Protokollumsetzung (Applikation-Layer Gateway oder „SIP-aware“-Firewall Funktionalität) auf der CPE muss deaktiviert bzw. abgeschaltet sein. Diese Funktionalität wird zentral im Netz der QSC bereitgestellt.

Die WAN-Anbindung muss für den Sprachdienst eine Brutto-Bandbreite von 100kbit/s im Up- und Downstream pro gleichzeitig geführtem Telefonat nach Extern reservieren. Zur Sicherstellung der Sprachqualität dürfen die Pakete des Datendienstes keine Beeinträchtigung auf die Sprachbandbreite ausüben. Dies kann über verschiedene Methodiken sichergestellt werden:

WAN-Variante 1: Getrennt genutzte WAN-Anbindungen

QSC empfiehlt eine Trennung der Internetanbindungen für den Sprach- und Datendienst. Damit wird ermöglicht, dass dem Sprachdienst zu jeder Zeit die benötigte Bandbreite auf der Anbindung zur Verfügung steht und keine negative Beeinflussung durch den Datendienst stattfindet. Dies lässt sich auf zwei mögliche Arten realisieren:

a) Physikalisch getrennte Internetanbindungen
Für den Daten- und den Sprachdienst werden unabhängige physisch getrennte Internetzugänge verwendet. Diese Variante ist einfach einzurichten und wird von QSC empfohlen.

b) Logisch getrennte Internetanbindungen
Über eine physische Anbindung werden zwei logisch getrennte Internetzugänge geschaltet, wobei die zur Verfügung stehende Bandbreite auf die beiden Zugänge aufgeteilt sein muss. Diese Implementierungsvariante muss vom Drittanbieter unterstützt und korrekt nach den Vorgaben des Kunden konfiguriert werden.

WAN-Variante 2: Gemeinsam genutzte WAN-Anbindung

Eine Internetanbindung wird von Daten- und Sprachdienst gemeinsam genutzt. In diesem Fall trägt der Kunde die Verantwortung, dass die benötigte Bandbreite für den Sprachdienst auf der WAN-Anbindung bidirektional zu jeder Zeit zur Verfügung steht. Der Drittanbieter hat technisch keine Möglichkeit eine Priorisierung der Sprachpakete im Downstream durchzuführen, da entsprechende Informationen nicht providerübergreifend ausgetauscht werden.

Systemanforderungen LAN

Auf Seiten des LAN müssen die folgenden Systemanforderungen an die netzwerkrelevanten Komponenten wie insbesondere Ethernet-Switche, Router oder optionale Firewalls erfüllt werden, da das LAN als Transportmedium einen entscheidenden Einfluss auf die Sprachqualität der Telefonverbindungen hat. Daher muss auf die Konfiguration des LAN besonderer Wert gelegt werden. Dies setzt auf Kundenseite den Einsatz von Personal mit der Befähigung zum Design von Netzwerken voraus. Das Produkt IPfonie®centraflex setzt weiterhin zwingend voraus, dass das LAN des Kunden VoIP-fähig ist. Um die VoIP-Fähigkeit des LAN feststellen zu können, bietet QSC optional kostenpflichtig die Produkte QSC®-Quick Remote LAN check, QSC®-Quick LAN check und QSC®-IP Assessment an. Diese Produkte müssen gesondert beauftragt werden.

Allgemeine Infrastrukturanforderungen

Das Netzwerkkabel muss den üblichen Anforderungen von KAT.5 entsprechen und darf die Länge von 100 m nicht überschreiten (inkl. der Kabellänge zwischen Wanddose und Telefon). Für jedes VoIP-Endgerät muss eine Netzwerksteckdose (100BaseT autosensing) vorhanden sein. Den gelieferten VoIP-Telefonen liegen Kabel in 3 m Länge bei. Sofern weitere Entfernungen überbrückt werden müssen, bestellt der Kunde die Kabel gesondert.

Die Verzögerung für den Transport von VoIP-Paketen im LAN darf 2ms nicht überschreiten. Es darf höchstens ein Paketverlust von 0,1% im Burstfall auftreten. Der Paket-Jitter darf maximal 2ms betragen. Auch bei der maximal auftretenden Netzauslastung dürfen die genannten Kennwerte für den Transport der VoIP-Pakete im LAN nicht überschritten werden.

Im 2. Teil wird erklärt werden, wie die Lan-Implementierung stattfindet.


Andreas Marreck Andreas Marreck Key-Account Consultant Tel.: +49 (0)89 / 219 914 810 E-Mail: kontakt@savecall.de Lesen sie auch meinen Blog


Ähnliche Artikel

Fragen oder Anregungen? Schreiben Sie uns einen Kommentar