Die erste Frage bei der Planung einer SDSL Anbindung: Was ist überhaupt an meinem Standort für eine Bandbreite möglich?

Zwar erfahren sie vom Anbieter, ob dieser bei Ihnen überhaupt anbieten kann, doch wie viel Bandbreite Ihnen zur Verfügung stehen, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab.

Sie haben Ihre Leitung mit einer Bandbreite von 10Mbit´s bestellt, aber kaum ist der Anschluss geschaltet, kommen nur rund 8Mbit´s an. Das Problem ist die so genannte “Dämpfung” auf der Teilnehmeranschlussleitung (TAL), die auch oft „Letzte Meile“ genannt wird. Das ist die Strecke Kupferkabel zwischen Hausanschluss und HVT (Hauptverteiler), in dem der Anbieter den Kunden mit seiner DSL-Technik verbindet.

Die Dämpfung auf dieser letzten Strecke sorgt dafür, dass sich das Übertragungssignal verringert. Ebenfalls ist die Leitungslänge ein großer Einflussfaktor. Je größer die Entfernung, desto stärker nimmt die Bandbreite ab. Die Anbieter können die genaue Dämpfung und den zu erwartenden Bandbreitenverlust  im Vorfeld nicht exakt bestimmen, da die Letzte Meile der Telekom gehört und erst nach der Übernahme der Leitung durch den neuen Anbieter eigene Qualitätsmessungen möglich sind.

Um dennoch das bestmögliche Ergebnis für den Kunden zu erzielen verwenden einige Anbieter bei symmetrischen DSL-Produkten grundsätzlich bis zu vier, wenn nicht sorgar 8 Teilnehmeranschlussleitungen für einen Anschluss. Durch die SHDSL-Technologie sind auf jeder einzelnen Leitung bis zu 5 Mbit/s möglich. Bündelt man nun mehrere TAL zu einem Anschluss, bleibt genügend Puffer, um auch weniger gute Datenraten pro Leitung wirkungsvoll auszugleichen. Rein rechnerisch sind somit bis zu 40 Mbit/s möglich. Ist z. B. eine Bandbreite von 10 Mbit´s mit 4 TALs realisiert worden und jede Leitung mit 2 Mbit/s Verlust daherkommt, bleiben am Ende noch 12 Mbit/s übrig. Das ist mehr Bandbreite als bestellt: Der Kunde kann sich also auf das Erreichen der vollen Bandbreite verlassen. Es ist sogar noch etwas Luft nach oben. Wichtige Voraussetzung dafür ist, dass der Hausanschluss über genügend freie Kupferleitungen verfügen muss. Sind weniger vorhanden, kann natürlich nur die maximal verfügbare Zahl für den Anschluss verwendet werden.Diese können auch kostenpflichtig von der Deutschen Telekom ausgebaut werden.

Man sollte vor Bestellung einer Leitung genau prüfen, wieviel Kupfer verfügbar sind und ob der Anbieter überhaupt genug Kupfer einsetzt. Dies tun nur Anbieter mit einem klaren Qualitätsfokus. Die Sprei trennt sich hier schnell vom Weizen.


Juarez Williams Juarez Williams ICT Consultant Tel.: +49 (0)89 / 219 914 810 E-Mail: kontakt@savecall.de Lesen sie auch meinen Blog


Ähnliche Artikel

Leave a Comment