Ist die Internetleitung „down“, haben Unternehmen ein ernstes Problem. Die bewusste Auswahl von Anbieter und Technologie Ihrer Internetleitung ist wichtig. Diese 7 Fragen helfen Ihnen dabei, die richtige Internetanbindung zu entwerfen und Überraschungen zu vermeiden.

1) Welche Bandbreite braucht mein Unternehmen heute und in absehbarer Zukunft?

Multiplizieren Sie die Anzahl der User im Unternehmen mit der Bandbreite pro Nutzer. Für E-Mail und Surfen im Internet, rechnet man mit 1 bis 2 Mbit/s pro Nutzer. Kommen File-Sharing und Videostreaming hinzu, sind es 2 bis 4 Mbit/s. Sollen die Mitarbeiter an Videokonferenzen teilnehmen oder große Datenmengen austauschen, muss man mit 4 bis 8 Mbit/s rechnen.Berücksichtigen Sie darüber hinaus die Entwicklung Ihres Bandbreitenbedarfes in den kommenden 2-3 Jahren.

2) Kupfer, Mietleitung, Glasfaser oder WLL?

Viele Anbieter locken mit kostengünstigen SDSL-Kupfer-Leitungen mit bis zu 20 Mbit Bandbreite. Unsere Praxiserfahrungen zeigt, dass diese an nahezu keinem Standort zuverlässig realisiert werden. Meist sind nicht genügend Kupferdoppeladern verfügbar. Ist dies doch der Fall, sind die Wegstrecken zum nächsten HVT (Hauptverteiler) der Telekom meist zu lang und die Leitungen werden hierdurch zu stark bedämpft. Von 10 SDSL-Leitungen mit >10 Mbit, bekommen wir für unsere Kunden keine 2 zuverlässig realisiert. Darüber hinaus sind Vorab-Prüfungen nicht zuverlässig möglich und es auf eine Bestellung ankommen zu lassen, ist riskant. War die Installation nicht erfolgreich, stehen Unternehmen oft tagelang ohne Internetleitung da. Wir raten ganz klar von jeglicher auf Kupfer-SDSL Leitung >10 Mbit ab.

Eine bessere Alternative sind Mietleitungen. Sie sind vor der Bestellung verlässlich prüf- und später ebenso realisierbar.

Die beste Alternative ist natürlich eine Internetleitung auf Glasfaser. In Verläßlichkeit und Bandbreite gibt es nichts besseres. Glasfaser ist jedoch nicht gleich Glasfaser und auch nicht an jedem Standort verfügbar. Prüfen Sie hier, welche Anbieter an Ihrem Standrot sind und ob jene seine Leitung per Glasfaserring oder Glasfaserstern verschaltet hat.

Ein Glasfaserring ist die zuverlässigste und leistungsstärkste Variante. Hier stehen bis zu 10 GBit/s an Bandbreite zur Verfügung und durch die Ringarchitektur kann eine extrem hohe Ausfallsicherheit garantiert werden: Wird eine Seite des Rings gekappt, läuft der Datenverkehr automatisch über die andere Seite.

Ein Glasfaserstern bietet Bandbreiten bis zu 1 GBit/s. Die Ausfallsicherheit ist niedriger als bei einem Glasfaserring, das innerhalb des Backbones der Traffic nicht über 2 Wege geführt wird.

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3)  Backbone- und Peerings des Anbieters?

Diese Frage ist vor allem für Unternehmen mit zeitkritischen Anwendungen oder großen Datenmengen wichtig. Die Backbone-Struktur hat Einfluss auf die Zugriffsgeschwindigkeit. Von der Kapazitäts-Steuerung des Anbieters ist Ihre eigene Leituungs-Performance abhängig. Nicht minder wichtig ist zudem die Struktur der Internet-Peerings Ihres Anbieters und dessen Bandbreitenmanagement. Anbieter überbuchen ihre Netze gerne. Theoretisch haben Sie eine 100 MB oder 1GB Leitung gekauft, aufgrund der Überbuchung des Anbieter-Backbones- als auch der Peering-Kapazität, haben Sie jedoch eine deutlich niedrigere Performance.

Prüfen Sie die SLA (Service Level Agreements) Ihres Anbieter genau. Nicht hinreichende Verfügbarkeitsgarantien weisen Sie auf genau diese Problematik beim Ihrem Anbieter hin.

4) Wie gut sollte die Performance sein?

Maximale Bandbreite und möglichst geringe Verzögerungszeiten bzw. Round trip times hängen u.a. von der Zugangstechnologie, der Backbone-Struktur des Anbieters, der Peerings, der Kapazitätsplanung und der eingesetzten Hardware im Netz als auch bei Ihnen vor Ort ab. Qualitativ hochwertige Anbieter legen auf alle Komponenten großen Wert und managen diese pro-aktiv und sehr bewußt. Billiganbieter tun dies eher nicht. Auch beim Internet-Anschluß trennt sich die Spreu vom Weizen und der günstigste Anbieter ist selten die wirklich beste Wahl.

5) Welche Rolle spielt die Verfügbarkeit?

Darf Ihre Internetleitung oder Webshop einige Zeit nicht erreichbar sein? Welcher Schaden entsteht Ihrem Unternehmen bei einem Ausfall pro Stunde, Tag und Woche? Kalkulieren Sie diese Kosten und gestalten Sie die Backup-Lösung Ihrer Internet-Leitung entsprechend. Hier bietet sich Ihnen ein Spektrum von Gestaltungsmöglichkeiten. Anfangend vom kleinen SDSL oder WLL-/3G-Backup, hin bis zu echter, Knoten- und kantendisjunkter-Redundanz inklusive aller verwendeter Hardware, Carrier- und Long-distance bzw. Seekabel- Redundanz. Die ideale Lösung kann nur individuell für jedes Unternehmen designed werden und gestaltet sich natürlich auch in Abhängigkeit des verfügbaren Budgets. Eine echte „no single point of failure“ Lösung mag ganz sicher sehr gut sein, ist aber bei weitem nicht für jedes Unternehmen beeignet bzw. notwendig.

6) Worauf ist bei den Service Level Agreements zu achten?

Bei guten Anbietern erhalten die Kunden in der Regel ein SLA-Dokument, die Service Level Agreements. Grundsätzlich gilt: Je mehr Zahlen das Dokument enthält, desto transparenter gibt sich der Anbieter in Hinsicht auf Performance und Netzwerk. Gut ist zudem, wenn der Anbieter bezüglich der Service-Verfügbarkeit und Problembehebungszeiten klare Ziele definiert und wichtige technische Parameter wie garantierte Bandbreite,
Jitter, Umlaufzeitverzögerung und Paketverlust erwähnt.

Doch bedenken Sie bitte. Beim Ausfall der Leitung bringt auch ein guter SLA in der Praxis meist wenig. Der Anbieter erstellt eine Gutschrift für die Ausfallzeit der Leitung und erstattet Ihnen Kosten. Jene entsprechen jedoch in keinster Weise dem bei Ihnen entstandenen Schaden.

Schadensersatzansprüche durchzusetzen gestaltet sich schwierig. Besser Sie denken pro-aktiv und gestalten die Leitung mit passenden Backup-Lösungen so ausfallsicher, daß Probleme erst gar nicht entstehen.

7) Servicehotline, Ansprechpartner und Hilfe ?

Informieren Sie sich über die Servicequalität Ihres Anbieters. Erfahrungsgemäß werden Sie diese einmal benötigen. Ist Ihr Vertriebsansprechpartner auch noch zuständig und für Sie erreichbar in diesem Fall, oder werden Sie auf eine anonyme Hotline verwiesen? Wir alle haben diese Erfahrungen schon gemacht. Laßen Sie sich von Ihrem Vertreibsmitarbeiter bestätigen, daß er für Sie da ist. Auch und vor allem nach der Bestellung.

Jedes Unternehmen hat individuelle Ansprüche an seine Infrastruktur und Internet-Services. Unsere Experten helfen Ihnen gerne dabei, für Sie optimale Lösung zu gestalten. Sprechen Sie uns an.

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Nikolaus von Johnston Nikolaus von Johnston General Manager Savecall Tel.: +49 (0)89 / 219 914 810 E-Mail: kontakt@savecall.de Lesen sie auch meinen Blog


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